
Weniger Papierkram, kürzere Bearbeitungszeiten - die Digitalisierung der Sauerländer Stadtverwaltungen geht voran. Immer mehr Serviceleistungen der Verwaltungen können online in Anspruch genommen werden. In den Städten Meschede und Olsberg und der Gemeinde Bestwig nutzen besonders viele Leute die Spermüllanmeldung oder fordern Urkunden an. Wie andere Städte im Hochsauerlandkreis kann man jetzt auch bei der Stadt Sundern seinen Wohnsitzwechsel online anmelden. Arnsberg hat seit Anfang des Monats den neuen Dienst "Ehe-Online".
Die Mitarbeitenden in den Verwaltungen werden auch im Umgang mit KI geschult.
Radio Sauerland hat nachgefragt, wie es es in Sachen Digitalisierung im Hochsauerlandkreis läuft:
Arnsberg
Die Stadt Arnsberg will ihre Verwaltung und Angebote moderner und einfacher machen. Ziel: Bürger sollen schnell, transparent und effizient mit der Stadt kommunizieren. Dafür prüft Arnsberg Abläufe, sucht Schwachstellen und verbessert Prozesse. Seit Februar 2025 kümmert sich ein neuer Fachdienst um die Digitalisierung. Die Strategie entsteht gemeinsam mit Bürgern, Mitarbeitern und Experten und gilt bis 2030. Fertig ist sie voraussichtlich Anfang 2026. Beim Thema Künstliche Intelligenz setzt Arnsberg auf klare Regeln und Schulungen. Mitarbeitende sollen KI verantwortungsvoll nutzen und Neues ausprobieren. Ein KI-Chatbot soll Bürger ab 2026 rund um die Uhr informieren und die Verwaltung entlasten. Schon jetzt sind viele Abläufe digital: von der Ferienfreizeit-Anmeldung bis zur digitalen Personalakte.
Seit dem 1. April ist der neue Dienst „Ehe-Online“ im Arnsberger Service-Portal verfügbar. Mit diesem Dienst lassen sich verschiedene Dienstleistungen rund um das Thema Ehe online beantragen, z. B. Vor- und Anmeldung der Eheschließung, Bestellung von Ehe-/Lebenspartnerschaftsurkunden oder Nachbeurkundung einer im Ausland geschlossenen Ehe.
Brilon
Die Stadt Brilon treibt die Digitalisierung konsequent voran. Schon seit 2015 setzt sie auf digitale Schulen – lange vor dem Digitalpakt. In der Verwaltung läuft seit 2018 ein Online-Portal mit rund 140 digitalen Diensten. Was als Übergang gedacht war, ist heute fester Bestandteil. Neu ist: Die Verwaltung arbeitet jetzt komplett mit einem digitalen Dokumentenmanagementsystem. Papierakten werden nach und nach eingescannt. Damit zählt Brilon in Südwestfalen zu den Vorreitern. Auch das Stadtleben wird moderner: Eine eigene Paketstation ermöglicht es Bürgern, Dokumente und Gegenstände rund um die Uhr abzuholen. Die Online-Dienste kommen gut an, besonders bei Müll- und Standesamtsangelegenheiten. Für die Mitarbeitenden bringt die Digitalisierung mehr Tempo und Flexibilität, Papier wird gespart. Personal spart die Stadt dadurch kaum ein – die Aufgaben verschieben sich, heißt es von der Stadt Brilon. Bürgermeister Bartsch betont: „Wir digitalisieren nur dort, wo es sinnvoll ist und echten Mehrwert bringt.“
Meschede, Olsberg und Bestwig
Die Städte Meschede, Olsberg und die Gemeinde Bestwig sehen den Begriff Digitalisierung als laufenden Prozess mit dem Ziel, dass möglichst viele Bürgerinnen und Bürger als auch die Wirtschaft und die Verwaltung von den digitalen Entwicklungen partizipieren. Die Verwaltungsdigitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich über mehrere Jahre erstrecken wird, heißt es aus den drei Kommunen
Je nach Online-Dienst gibt es unterschiedliche Nutzungszahlen. Die Dienste Sperrmüllanmeldung und Urkundenanforderungen sind dabei stark frequentierte Dienste.
Durch die Digitalisierung würden Prozesse automatisiert, die Synergieeffekte schaffen und eine effizientere Arbeit ermöglichen, heißt es aus Meschede, Olsberg und Bestwig.
Sundern
Im Serviceportal der Stadt Sundern können Bürger viele Behördengänge online erledigen. Neu 2025: die digitale Wohnsitzanmeldung, Anträge für Unterhaltsvorschuss und Wohngeld sowie der Zugang zum Bauportal.NRW. Auch Kreditkartenzahlung ist jetzt möglich. Die Mitgliedschaft in der Stadtbibliothek lässt sich online beantragen, die Verlängerung folgt bald.
Besonders gefragt sind Terminbuchungen, Wohnsitzmeldungen und Urkundenservice. Die Nutzer bewerten das Angebot insgesamt gut. Für die Verwaltung bringt die Digitalisierung Vorteile: Standardanträge werden schneller bearbeitet, so bleibt mehr Zeit für individuelle Anliegen. Personaleinsparungen gibt es aber noch nicht – die Umstellung auf digitale Abläufe erfordert zunächst mehr Personal.
Winterberg
Das Serviceportal der Stadt Winterberg macht Behördengänge leichter: Unter https://portal.kommunale.it/winterberg/ können Bürger viele Anliegen online erledigen – bequem von zu Hause oder unterwegs. Besonders gefragt: die digitale Beantragung von Sperrmüll und Elektroschrott. Neu ist, dass sich Zugezogene jetzt auch online anmelden können. Das entlaste Bürger und das Bürgerbüro, so die Stadt Winterberg. Die digitalen Angebote wachsen stetig. Digitalisierungsbeauftragter Hassan Abou-El-Ella baut das Portal weiter aus. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine immer größere Rolle. Mitarbeiter nehmen bereits an KI-Schulungen teil. KI hilft, Abläufe zu vereinfachen, Texte zu erstellen und kreative Lösungen zu finden. Bürgermeister Michael Beckmann sagt: "KI bereichert die Verwaltung, macht Prozesse einfacher und verbessert die Kommunikation mit den Bürgern."