
Austausch und Vernetzung der Schützenvereine in der Region stehen im Mittelpunkt, wenn am Samstag um 11 Uhr die mittlerweile 8. Warsteiner Schützenkonferenz startet. Im Zusammenhang mit dem Forschungsprojekt „Tradition im Wandel“ zum Schützenwesen in Westfalen hatten die Universität Paderborn und die Warsteiner Brauerei die Konferenz 2018 ins Leben gerufen. Einmal im Jahr treffen sich seitdem Vereine aus der Region, um die vergangene Saison Revue passieren zu lassen und über aktuelle Herausforderungen für Schützenwesen und Schützenfeste zu sprechen. Die Veranstalter erwarten wieder über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Referenten sprechen über aktuelle Themen
„Viele Vereine sind bereits Stammgäste und haben seit der ersten Auflage keine Schützenkonferenz verpasst“, erklärt Thomas Wulfert, Schützenbeauftragter der Warsteiner Brauerei. „Wir freuen uns darauf in diesem Jahr viele bekannte und neue Gesichter bei der achten Warsteiner Schützenkonferenz zu begrüßen.“ Mehrere Gäste werden über aktuelle Themen rund um das Schützenwesen sprechen, darunter Jonas Leineweber, der das Forschungsprojekt „Tradition im Wandel“ wissenschaftlich begleitet hat. Die Schwerpunkte bei der diesjährigen Schützenkonferenz liegen auf Themen wie Digitalisierung im Verein, rechtliche Vorgaben und Richtlinien, Finanzen sowie Schanktechnik oder Tankbierlösungen. Außerdem geht es darum, wie Vereine Vorstandsposten neubesetzen, ein attraktives Vereinsleben gestalten und neue Mitglieder gewinnen können – das Schützenwesen steht vielerorts vor ähnlichen Herausforderungen. „Uns ist es wichtig das die teilnehmenden Vereine mit den Referenten in den direkten Austausch kommen, dabei entstehen oft Ideen, die das Schützenwesen langfristig bereichern“, so Wulfert. „Ziel ist es, dass die Teilnehmenden neue Impulse für ihre Vereinsarbeit mitnehmen. Und natürlich kommen auch Geselligkeit und das Anstoßen mit einem frisch gezapften Warsteiner nicht zu kurz.“
Über das Forschungsprojekt
In der Vergangenheit waren auf den Warsteiner Schützenkonferenzen bereits Themen wie Frauen in Schützenvereinen, die immer häufigere Nutzung von Ballermannhits, Fördermöglichkeiten für die Vereine, Jugendarbeit oder die Folgen der Corona-Pandemie besprochen worden. Die Konferenz war im Rahmen des Forschungsprojekts „Tradition im Wandel“ entstanden. Von 2016 bis 2024 haben sich die Forschenden mit dem Schützenwesen in Westfalen als Immaterielles Kulturerbe auseinandergesetzt. Zielsetzung der Forschung war es, historische Entwicklungslinien und Wandlungsprozesse aufzuzeigen, gegenwärtige, auf die Kulturform wirkende Risiken zu ermitteln sowie Zukunftsperspektiven und -konzepte in Zusammenarbeit mit den Vereinsakteuren zu erarbeiten.
Im Rahmen des interdisziplinären Projekts wurde untersucht, welche Bedeutung gesellschaftliche Rituale, Bräuche und Feste in der heutigen Gesellschaft haben, wie sich Traditionen verändern und welche Akzeptanz den Werten von Schützenvereinen heutzutage noch beigemessen wird.