
Die Bob- und Rodelbahn in Winterberg soll umfassend saniert werden. Der Kreistag hat in seiner ersten Sitzung beschlossen, sich dafür um Fördergelder aus einem Bundesprogramm zu bewerben.
Viele Maßnahmen
Geplant sind mehrere Maßnahmen. So soll der Energieaufwand für den Betrieb der Bahn reduziert werden, um Kosten zu senken. Außerdem soll die Bahn barrierefrei gestaltet werden. "In Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen e.V. soll die Sportstätte für Personen mit körperlichen Einschränkungen, Sportler wie Zuschauer, nutzbar gemacht werden. Hierdurch wird der inklusive Gedanke an gesamtgesellschaftlicher Teilhabe gefördert. Dies ist im Ergebnis nur möglich, wenn das Handling der Sportgeräte an der Sportstätte erleichtert wird. Damit werden die geplanten Maßnahmen auch die Arbeit des Ehrenamtes fördern und den Zugang junger Menschen zum Sport erleichtern, die zukünftig weniger Unterstützung in der Sportausübung benötigen." heißt es in der Vorlage für den Kreistag.
Geplant sind auch Unwetter- und Witterungsschutzmaßnahmen, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Bedingt durch den Klimawandel, Unwetterkapriolen aber auch durch die normalen Wettereinflüsse, insbesondere im Winter, wurden die Straßen und Wege im Bahngelände stark in Mitleidenschaft gezogen. Hangbewegungen, Frost und Eis aber auch Wasser sorgen dafür, dass ständig Risse, Löcher und Absackungen in den Straßenbereichen entstehen. Neben den Straßenschäden führen Regen, Wind und Sonne auch immer zu negativen Einflüssen beim Sportstättenbetrieb. Dies hat neben den zusätzlichen Arbeiten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen massiven negativen Einfluss auf den Energie- und Wasserverbrauch. Die Beeinflussung des Eises und damit die Sicherheit der Sportstättennutzer führt zu einem verstärkten Ressourcenverbrauch, so der Kreis als einer der Betreiber der Bob- und Rodelbahn.
Und darüber hinaus soll die 48 Jahre alte Bahn saniert werden, um die Sportstätte auch künftig auf dem erforderlichen Niveau betreiben und unterhalten zu können. Für das Zielhaus (Baujahr 1976), das derzeit nicht mehr nutzbar ist, müssen adäquate Räume geschaffen werden, so der Kreis.
Ganzjahres-Nutzung
Durch diese Investitionen soll sichergestellt werden, dass die Bob- und Rodelbahn ganzjährig genutzt werden kann; sowohl für den Leistungs- und besonders für den Breitensport als auch für touristische Angebote bis hin zu externen Großveranstaltungen mit und ohne sportlichen Charakter, wie beispielsweise die Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaften oder die WOK-WM.
Das Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" sieht eine Förderung von 45 % vor. Die Projekte müssen von den Kommunen bzw. Landkreisen mitfinanziert werden. Der Eigenanteil des Hochsauerlandkreises und der Stadt Winterberg könnte auch durch eine Co-Finanzierung Dritter erbracht werden. Hierzu stehen die Betreiber der Bahn bereits im Austausch mit dem NRW-Sportministerium. Zunächst will sich der Kreis gemeinsam mit der Stadt Winterberg mit sogenannten Projektskizzen bewerben. Wenn diese dort beschriebenen Maßnahmen als förderfähig bewertet werden, dann kann der Förderantrag gestellt werden. Dieser soll aber nur dann gestellt werden, wenn eine auskömmliche und wirtschaftliche Finanzierung der einzelnen Teilmaßnahmen vorliegt, so der Kreis.
Chance für umfassende Sanierung
Die Bahnbetreiber wollen sich für das Bundesprogramm bewerben, weil nicht absehbar sei, ob mittel- und langfristig von Bund und Land ausreichend Geld zur Instandhaltung und Modernisierung der Bob- und Rodelbahn bereitgestellt werden. Deshalb sollte nach Ansicht der Geschäftsführung und der Verwaltung des Hochsauerlandkreises sowie der Stadt Winterberg die Chance, die das Bundesprogramm bietet, genutzt werden, hieß es aus dem Kreishaus.