
Es hat sich nicht so angefühlt, aber das Abflussjahr 2025 im Ruhreinzugsgebiet war viel zu trocken. Mit 885 Millimetern Niederschlag lag es 16 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Besonders von Februar bis September fiel nur etwa zwei Drittel des üblichen Regens. Bereits von 2009 bis 2022 gab es eine lange Trockenphase, die erst vor zwei Jahren endete.
Februar und März besonders trocken
Die Monate Februar und März waren besonders kritisch: Es regnete 74 bzw. 82 Prozent weniger als üblich. Normalerweise füllen sich in dieser Zeit die Talsperren, doch 2025 mussten sie ab März Wasser zuschießen, so der Ruhrverband. Bis Ende April sanken die Vorräte stark. Anfang Mai brachten einige Regentage kurzzeitig Entlastung, doch bis Oktober ging der Füllstand stetig zurück. Am 23. Oktober erreichte er mit 64 Prozent den Tiefpunkt.
Eine neue Gesetzesregelung half, Wasser zu sparen. Ab Juli durfte der Ruhrverband niedrigere Mindestwasserstände einhalten. Dadurch blieben 29 Millionen Kubikmeter Wasser in den Talsperren – das 2,3-Fache der Ennepetalsperre. Trotzdem gab es am Pegel Villigst die dritthöchste Zahl zuschusspflichtiger Tage seit 35 Jahren.
Die Temperaturen waren 2025 ebenfalls auffällig. Mit 9,6 Grad lag die Jahresmitteltemperatur zwar unter 10 Grad, aber immer noch 0,7 Grad über dem langjährigen Durchschnitt. April und Juni gehörten zu den zehn wärmsten Monaten seit Beginn der Aufzeichnungen vor über 140 Jahren. Das Abflussjahr zeigt: Extremwetter durch die Erderwärmung ist das neue Normal.