
Rothaarsteig-Jubiläum von Tierseuche betroffen
Der erste nachgewiesene Fall der Afrikanischen Schweinepest in der Nähe von Schmallenberg Oberkirchen hat auch Auswirkungen auf die Planungen zum 25-jährigen Jubiläum des Rothaarsteiges. Jäger jagen derweil weiter verstärkt Schwarzwild im Kerngebiet und in den angrenzenden Speerzonen.
Veröffentlicht: Montag, 23.03.2026 04:45
Die Afrikanische Schweinepest ist im Februar auch im Sauerland angekommen. Der erste nachgewiesene Fall der Seuche in der Nähe von Schmallenberg Oberkirchen hat auch Auswirkungen auf die Planungen zum 25-jährigen Jubiläum des Rothaarsteiges.
Vor 25 Jahren war die ITB in Berlin der erste öffentliche Auftritt des Rothaarsteiges, bevor dieser dann am 6. Mai 2001 an der Ginsburg eröffnet wurde. Welche Veranstaltungen anlässlich des Rothaarsteig-Jubiläums in diesem Jahr noch laufen, steht aktuell noch nicht fest, so der Rothaarsteigverein.
Die Afrikanische Schweinepest verhindere eine verlässliche Planung. Der Waldskulpturenweg Wittgenstein-Sauerland wird in diesem Jahr auch 25 Jahre alt. Es war eigentlich eine Sternwanderung auf diesen beiden Wegen geplant. Aber spätestens seit den Wildschweinfunden in Schüllar und bei Oberkirchen mit der damit verbundenen Ausweitung der Kernzone, sei offen ob die Sternwanderung durchgeführt werden könne.
Nach derzeitigem Stand der Dinge scheint derzeit nur eine Jubiläumswanderung am hessischen Teil des Rothaarsteiges am 3. Oktober 2026 von Herborn aus einigermaßen gesichert zu sein, heißt es.
Jäger gefragt
Jäger beschäftigen sich weiterhin mit dem Thema Afrikanische Schweinepest. Um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen, will das Landwirtschaftsministerium auf die Jagd setzen. Als Anreiz bekommen Jäger bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein im Kerngebiet. Bis zu 75 Euro gibt es für einen Abschuss in den angrenzenden Sperrzonen. Je weniger Wildschweine, desto geringer das Risiko, heißt es vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Deswegen werden jetzt zusätzliche finanzielle Anreize für Jäger geschaffen, um verstärkt Schwarzwild zu bejagen. Bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein im Kerngebiet, bis zu 75 Euro in den angrenzenden Sperrzonen werden ausgezahlt. Die Kosten übernimmt das Land, das Geld bekommen die Jäger von der jeweiligen Kommune. So sollen Anreize geschaffen werden, die Wildschweinbestände weiter zu reduzieren, heißt es. Heute Abend beschäftigt sich auch die Jagdgenossenschaft Schmallenberg mit dem Thema bei ihrer Versammlung der Wald- und Feldjäger in Schmallenberg.
Auswirkungen für Wanderer
Derzeit gibt es für Rothaarsteig-Wanderer und alle anderen Wanderer die Einschränkung, auf den markierten Wanderwegen zu bleiben. Das freie Betretungsrecht der Landschaft gilt derzeit nicht. Optisch gibt es die Einschränkung, dass im Grenzbereich Schmallenberg/Bad Berleburg die Wanderer kilometerlang an ASP-Zäunen entlanglaufen und teilweise auch Tore passieren müssen, so der Rothaarsteigverein. Den Wegezustand des Rothaarsteiges beschreibt der Verein an einigen Stellen als schlimm. Aus einem naturbelassenen Pfad werde bei nassem Wetter eine Schlammwüste, da der ASP-Zaun regelmäßig mit Fahrzeugen auf Dichtheit kontrolliert werden müsse. Der Verein hat die Gäste in den Rothaarsteig-Übernachtungsbetrieben nicht noch zusätzlich informiert, da das Wandern ja im Prinzip ohne größere Einschränkungen möglich ist und die Gäste nicht noch weiter verunsichert werden sollten.
