Realsteueratlas der Handwerkskammer

Der Realsteueratlas zeigt, wie hoch die Gewerbe- und Grundsteuer in den 12 Kommunen bei uns im Sauerland sind.

© Handwerkskammer Südwestfalen

Die Handwerkskammer Südwestfalen hat den neuen Realsteueratlas 2025 vorgestellt. Er zeigt auch, wie hoch die Gewerbe- und Grundsteuer in den 12 Kommunen bei uns im Sauerland sind. Der Atlas soll Handwerksbetrieben helfen, steuerliche Standortfaktoren besser zu vergleichen, so ein Sprecher. Für den Hochsauerlandkreis ergeben sich deutliche Unterschiede.

Olsberg für Unternehmen am teuersten

Die Gewerbesteuer wird je nach Gewinn eines Unternehmens erhoben. Für Städte und Gemeinden ist sie eine der wichtigsten Einnahmequellen. Im Hochsauerlandkreis liegt Schmallenberg 2024 mit 400 Prozent am günstigsten, gefolgt von Brilon mit 434 Prozent. Hier müssen Unternehmen die niedrigsten Abgaben zahlen. Besonders hoch ist die Gewerbesteuer im Vergleich zu den Vorjahren in Arnsberg, da liegt sie bei 469 Prozent. Spitzenreiter und damit für Unternehmen am teuersten ist die Stadt Olsberg mit Hebesätzen von 492 Prozent.

Insgesamt hat der Hochsauerlandkreis mit durchschnittlich 449 Prozent die zweitgünstigste Gewerbesteuer in ganz Südwestfalen. Günstiger ist lediglich der Kreis Olpe, während der Kreis Siegen-Wittgenstein und der Märkische Kreis teurer für Unternehmen sind, so der Realsteueratlas. 

Hochsauerlandkreis vergleichsweise günstig

Außerdem erfasst der Realsteueratlas die Grundsteuer B. Sie wird auf den Wert eines unbebauten sowie bebauten Grundstücks oder eines Gebäudes erhoben und betrifft somit auch Firmen. Auch hier gibt es im Hochsauerlandkreis Differenzen: Schmallenberg hat 2025 erneut den günstigsten Steuersatz im Kreis mit 530 Prozent, Meschede folgt mit 575 Prozent. Besonders hohe Abgaben müssen Unternehmen für ihre Grundstücke und Gebäude in Olsberg mit 1130 Prozent zahlen. Die teuersten Hebesätze verlangt die Stadt Sundern mit 1243 Prozent. In ganz Südwestfalen ist der Hochsauerlandkreis mit durchschnittlich 895 Prozent die günstigste Region, gemessen an der Grundsteuer B.

Hohe Nachfrage 

Dass Schmallenberg in der Gewerbe- und Grundsteuer so günstig ist, macht es als Standort beliebt. Die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Schmallenberg sei hoch, so Bürgermeister König. Daher entsteht auf dem ehemaligen Falke-Gelände "Meisenburg" ein großes Gewerbegebiet, wo sich 15 Unternehmen ansiedeln können. Die Städte Arnsberg und Meschede planen aktuell ein interkommunales Gewerbegebiet bei Oeventrop. 

Große Unterschiede je nach Region

Die Spannweite der Hebesätze hängt zum Beispiel von der Haushaltslage und der Finanzplanung der einzelnen Kommunen ab, so die Arnsberger Handwerkskammer. Kommunen mit hoher Verschuldung würden demnach höhere Beiträge ansetzen als wirtschaftlich starke Orte. Die Handwerkskammer Südwestfalen empfiehlt, Hebesätze mit Augenmaß festzulegen, um Betriebe nicht zu stark zu belasten und Investitionen zu fördern. 

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