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Rat Hallenberg entscheidet über Saison im Naturbad
© Stadt Hallenberg
Naturbad in Hallenberg
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Rat Hallenberg entscheidet über Saison im Naturbad

Ob das sanierungsbedürftige Naturbad Hallenberg in diesem Jahr aufmacht, darüber entscheidet heute der Rat

Veröffentlicht: Mittwoch, 15.04.2026 10:40

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Ob das Naturfreibad Hallenberg in dieser Sommersaison noch einmal öffnen kann, darüber entscheidet heute der Rat Hallenberg. Grundsätzlich wäre ein Saisonstart ab dem 1. Juni 2026 möglich, wenn die notwendigen Vorbereitungen und Reparaturen ohne Verzögerung umgesetzt werden. Allerdings ist die Lage schwierig: Neben dem großen Sanierungsbedarf belasten vor allem personelle Engpässe den möglichen Betrieb erheblich. Für einen sicheren Betrieb in diesem Sommer wären kurzfristig Maßnahmen an Pumpentechnik, Filterbecken, Steganlage und Dunstabzug nötig. Außerdem verliert das Becken weiter Wasser, so dass die Stadtverwaltung mit einem höheren Wasserverbrauch rechnet, heißt es in der Vorlage zur heutigen Ratssitzung.

Naturbad war im Sommer 2025 an 55 Tagen geöffnet

Das Naturbad wird überwiegend von Badegästen aus dem Stadtgebiet sowie aus dem näheren Umkreis genutzt. Darüber hinaus wird das Angebot auch von Touristen in Anspruch genommen. Vereine, Schulen oder vergleichbare organisierte Gruppen nutzen das Bad nicht. In der Saison 2025 hat das Naturbad Hallenberg 4.590 Besucher gehabt. Die Stadtverwaltung stellt fest, dass aufgrund des unbeheizten Wassers die Besucherzahlen in besonderem Maße witterungsabhängig sind. Nach Ende der coronabedingten Einschränkungen haben sich die Besucherzahlen des Naturbades nicht wieder auf dem vorherigen Niveau stabilisiert. Trotz ergänzender Maßnahmen zur Attraktivierung des Angebotes, wie etwa die Wiederaufnahme des Kioskbetriebes oder zusätzliche Veranstaltungsformate (zuletzt MoonlightSchwimmen im August 2025) konnte keine nachhaltige Steigerung der Auslastung erreicht werden. 

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Personelle Situation ist angespannt

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Als problematisch sieht die Stadt Hallenberg, dass die personelle Situation in den Bereichen Wasseraufsicht und Technik wegen unvorhersehbarer Ausfälle im Stammpersonal angespannt ist. Gerade bei einem wetterabhängigen und damit schwer planbaren Freibadbetrieb sei eine verlässliche Dienstplanung ohnehin kompliziert. Gleichzeitig schreibe die Verkehrssicherungspflicht eine lückenlose Aufsicht vor. Um diese Anforderungen überhaupt erfüllen zu können, müsste wie schon im Vorjahr erneut ein externer Dienstleister eingebunden werden. Dieser verursacht feste Bereitstellungskosten, die auch dann anfallen, wenn das Bad bei schlechtem Wetter geschlossen bleibt. Dadurch steigt das Defizit zusätzlich.

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Naturbad muss saniert werden

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Das Naturfreibad weist seit Jahren erhebliche bauliche und technische Mängel auf. Es muss umfassend saniert werden. Notwendig sind vor allem die Erneuerung der Folienauskleidung und Abdichtung des Beckens, die Erneuerung des Beckenkopfes, des Daches am Eingangsgebäude, der Holzstege im Beckenbereich sowie Anpassungen an der Zaunanlage. Ein weiteres großes Problem sind die weiterhin hohen Wasserverluste. Trotz intensiver Untersuchungen konnte die Ursache bislang nicht abschließend geklärt werden. Vermutet werden strukturelle Schäden oder Undichtigkeiten im Becken oder im Leitungsnetz.

Die umfassende Sanierung des Naturfreibades wird inzwischen auf rund 2,4 Millionen Euro geschätzt. Bei einer möglichen Förderung durch den Bund in Höhe von 45 Prozent könnte Hallenberg 1,08 Millionen Euro Zuschuss erhalten, der städtische Eigenanteil läge dann bei 1,32 Millionen Euro. Ohne Förderung erscheint die Sanierung kaum realisierbar.

Ob das Naturbad sanieriert wird, muss der Rat Hallenberg entscheiden.

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