
Die Digitale Gewalt ist aus den Beratungsgesprächen der Frauenberatungsstelle Arnsberg nicht mehr wegzudenken. Die analoge Gewalt setze sich im digitalen Raum fort. Das sei ein gesellschaftliches und strukturelles Problem, heißt es von der Frauenberatungsstelle. Zu digitaler Gewalt gehört z.B., wenn (Ex)Partner Überwachungssoftware auf das Smartphone der Frauen schleusen, wenn wahllos Dinge im Internet bestellt werden, wenn Frauen mit Nachrichten bombardiert werden, oder auch wenn Porno-Deepfakes erstellt werden. Diese Deepfakes werden oft mit Hilfe von KI erstellt. Dann tauchen die Gesichter der Frauen auf Pornobildern oder - Videos auf. es gab auch Fälle, in denen solche Bilder dann an Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen geschickt wurden. Die Täter wollen damit Macht und Kontrolle über ihre Opfer ausüben. Oft würden sich Betroffene schämen und daher keine Hilfe suchen. "Schuld sind immer die Täter", sagt Eva Daub. Sie ist Fachberaterin für Psychotraumatologie bei der Frauenberatungsstelle Arnsberg. "Man sollte sich Hilfe holen. Es gibt Möglichkeiten, die (Social Media) Plattformen in die Pflicht zu nehmen oder Anzeige zu stellen."
Frauenberatungsstelle Arnsberg fordert finanzielle Sicherheit
Die Frauenberatungsstelle wurde vom Verein Frauen helfen Frauen e.V. ins Leben gerufen. Bislang ist die Leistung freiwillig und der Verein bekommt Zuschüsse vom Land NRW, der Stadt Arnsberg und vom Hochsauerlandkreis. Darüber hinaus sind Spenden sehr wichtig. Der Kreistag hatte zuletzt beschlossen, die Bezuschussung nicht zu erhöhen. Der Verein hofft, dass das 2025 in Kraft getretene Gewalthilfegesetz dabei hilft, die Finanzierung zu sichern. Dann würde der Verein auch Geld vom Bund bekommen.
Präventionsarbeit im Sauerland
Die Frauenberatungsstelle bietet auch Workshops für Schulen oder Vereine an. dabei sollen Mädchen ab 14 dafür sensibilisiert werden, welche Gefahren es in der digitalen Welt gibt. Dabei geht es zum Beispiel um Sicherheitseinstellungen am Smartphone oder Privatspähreeinstellungen auf Social Media Plattformen. So soll gezeigt werden, wie sich Mädchen und junge Frauen möglichst gut vor den Gefahren schützen können und dass es wichtig ist, nicht alles von sich preiszugeben.
Zahlen rund um die Frauenberatungsstelle
Im letzten Jahr gab es über 2100 Beratungsgespräche und rund 550 Frauen und Mädchen sind unterstützt worden. Mit verschiedene Präventionsangebote wurden mehr als 600 Personen erreicht. Zum Verein Frauen helfen Frauen e.V. gehört auch das einzige Frauenhaus im Hochsauerlandkreis. Dort fanden im letzten Jahr 36 Frauen und 32 Kinder Schutz. 114 Frauen mussten aus Kapazitäts- und finanziellen Gründen abgewiesen werden.