
Anwohner am Sorpesee in Sundern beschweren sich immer wieder über rücksichtslose Motorradfahrer. Die Polizei hat auf die Beschwerden reagiert und am Wochenende Schwerpunktkontrollen durchgeführt. Von Sonntagvormittag bis abends lag der Fokus insbesondere auf dem Motorradverkehr.
Unterstützt wurde der Einsatz durch spezialisierte Polizeimotorradfahrer der Kreispolizeibehörde. Die Kontrollstelle lag an der stark frequentierten L 687 entlang des Sorpesees.
Hohe Verkehrsdichte - zahlreiche Verstöße festgestellt
Insgesamt passierten 1.487 Fahrzeuge die Kontrollstelle, darunter 127 Motorradfahrende. Die Einsatzkräfte stellten 94 Verkehrsverstöße fest. In 80 Fällen blieb es bei Verwarnungsgeldern, 14 Verstöße wurden als Ordnungswidrigkeitenanzeigen geahndet. Darüber hinaus wurden viele verkehrsdidaktische Gespräche geführt. Besonders auffällig waren vier Motorradfahrer. Zwei von ihnen überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit deutlich - der höchste gemessene Wert lag bei 86 km/h bei erlaubten 50 km/h.
Ein technisch manipuliertes Motorrad hat die Polizei sofort aus dem Verkehr gezogen.
Das Motorrad wies erhebliche technische Mängel auf. Neben unzulässigen Veränderungen an Felgen und Bereifung schleifte der Hinterreifen bereits an sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Kette und Bremse. Zudem war ein nicht genehmigter "Rennauspuff" verbaut. Die Folge: Das Kennzeichen wurde sichergestellt, die Weiterfahrt untersagt.
Überhöhte Geschwindigkeit ist Hauptunfallursache
"Gerade an touristisch stark frequentierten Strecken wie dem Sorpesee sehen wir immer wieder, wie schnell aus Fahrspaß ein echtes Sicherheitsrisiko wird - für alle, die hier unterwegs sind", erklärt Polizeirat Victor Ocansey, Direktionsleiter Verkehr. "Überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zählt seit jeher zu den Hauptunfallursachen. Wo langsamer gefahren wird, passieren weniger schwere Unfälle."
Die Polizei setzt im Bereich des touristischen Motorradverkehrs konsequent auf eine klare Linie:
"Wir fahren hier eine Null-Toleranz-Strategie - und das ganz bewusst", so Ocansey. "Wer sich nicht an Regeln hält oder sein Motorrad technisch manipuliert, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen."
Diese reichen - je nach Verstoß - vom Untersagen der Weiterfahrt über das kostenpflichtige Verbringen des Motorrads bis hin zur verpflichtenden Vorführung bei TÜV oder DEKRA sowie entsprechenden Bußgeldern.
"Das wird schnell sehr teuer. Vor allem aber geht es uns nicht ums Sanktionieren um jeden Preis, sondern darum, gefährliche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen", betont Ocansey.
Fußgänger und Radfahrer warnen vor Kontrollen
Während des Einsatzes kam es mehrfach vor, dass Verkehrsteilnehmende vor der Kontrollstelle gewarnt wurden - unter anderem durch zu Fuß Gehende und Radfahrende. Die Polizei sieht dieses Verhalten kritisch: "Wer vor Kontrollen warnt, schützt niemanden - im Gegenteil: Er sorgt dafür, dass gefährliches Verhalten unentdeckt bleibt", erklärt Ocansey. "Damit wird genau das Risiko erhöht, das wir gemeinsam reduzieren wollen."
Die Polizei hat weitere Schwerpunktkontrollen angekündigt.