
Von Januar bis August 2026 lag die durchschnittliche Einsatzreaktionszeit bei 6 Minuten und 47 Sekunden. Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministeriums für den Innenausschuss des Landtags hervor.
Platz 44 bei dringen Einsätzen
Für Einsätze, bei denen Täterinnen oder Täter noch vor Ort vermutet werden, weist das Innenministerium für den Hochsauerlandkreis eine durchschnittliche Einsatzreaktionszeit von 6 Minuten und 47 Sekunden aus. Damit liegt die Kreispolizeibehörde auf Platz 44 der 47 Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen. Im Gesamtjahr 2025 waren es noch 5 Minuten und 56 Sekunden - 51 Sekunden weniger. Die Zahlen für 2026 umfassen nur die Monate Januar bis August.
Bei allen Einsätzen schneidet der HSK besser ab
Ein anderes Bild zeigt die Statistik für alle von außen ausgelösten Polizeieinsätze im Hochsauerlandkreis: Hier beträgt die durchschnittliche Reaktionszeit 14 Minuten und 23 Sekunden. Das bedeutet Platz 12 im NRW-Vergleich. Im Jahr 2025 waren es 14 Minuten und 24 Sekunden.
Warum die Reaktionszeiten unterschiedlich sind
Laut Innenministerium können unter anderem das Einsatzaufkommen, die Verteilung der Einsätze über den Tag, Straßenverhältnisse, Verkehr und Wetter die Reaktionszeiten beeinflussen. Auch die Verfügbarkeit von Streifenwagen spielt eine Rolle.
Die Einsatzreaktionszeit misst die Zeit vom Anlegen eines Einsatzes im polizeilichen Einsatzleitsystem bis zum Eintreffen der ersten Einsatzkräfte. Das Innenministerium und die Polizeibehörden beobachten die Entwicklung. Bei einer auffällig negativen Entwicklung kann das zuständige Landesamt ein Fachgespräch mit der betroffenen Behörde führen.
Was die Polizei im HSK zu den Einsatzzeiten sagt
Das ist laut der Hochsauerländer Kreispolizeibehörde bisher noch nicht vorgekommen. Die Einsatzreaktionszeiten werden von den Verantwortlichen vor Ort fortlaufend analysiert und bewertet, heißt es. Bei den Anfahrtswegen zu einem Einsatzort weise der HSK nicht allein durch seine Größe als flächengrößter Kreis in NRW sowie seiner besonderen Topografie mit vielen Erhebungen, einige Besonderheiten auf. Zudem würden die Einsatzreaktionszeiten als Durchschnittswert berechnet, der statistischen Schwankungen unterliege.
Einsätze werden an nächstgelegenen Streifenwagen vergeben
Grundsätzlich werden die Einsätze an den nächstgelegenen Streifenwagen bzw. der örtlich zuständigen Polizeiwache vergeben. Dabei kommt es darauf an, wo sich die Streifenwagenbesatzung zum Zeitpunkt der Einsatzvergabe befindet. Bei dringenden Einsatzlagen würden Streifenwagenbesatzungen auch wachübergreifend eingesetzt, was durch die flächendeckende Verteilung der Wachstandorte im HSK (Arnsberg, Brilon, Marsberg, Meschede, Schmallenberg, Sundern, Winterberg) begünstigt werde.
„Polizei uneingeschränkt handlungsfähig“
Dem Abteilungsleiter Polizei, Polizeidirektor Thomas Vogt ist es wichtig zu betonen:
„Die Polizei im HSK ist auch bei dringlichen Einsatzlagen uneingeschränkt handlungsfähig und in der Lage, zeitnah Einsatzkräfte zu den jeweiligen Einsatzorten zu entsenden. Die Bürgerinnen und Bürger im Hochsauerlandkreis können sich darauf verlassen, dass ihre Polizei auch bei dringlichen Einsatzlagen schnell und entschlossen handelt. Unser Anspruch bleibt klar: Wenn schnelle polizeiliche Hilfe erforderlich ist, sind wir da!“