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Gravierende Sicherheitslücke bedroht Millionen Webseiten
© Rob Engelaar/ANP/dpa
Fehler in der Programmsprache PHP gefährden viele Websites.
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PHP-Lücke: Viele Webseiten sind wieder erreichbar

Die PHP-Lücke ist geschlossen, aber damit ist die Gefahr nicht gebannt: Hacker könnten sich schon vor dem Update eingenistet haben. Worauf es bei der Suche nach Spuren ankommt.

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Software-Sicherheit

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Berlin (dpa) - In der Krise rund um die schwerwiegenden Sicherheitslücken in der weit verbreiteten Programmiersprache PHP hat sich die Lage für Webseitenbetreiber in Deutschland weitgehend stabilisiert. Wie Experten berichten, sind nahezu alle vorsorglich vom Netz genommenen Internetauftritte - darunter Ministerien, Behörden und medizinische Einrichtungen wie die Berliner Charité - nach dem Einspielen von Sicherheitsupdates wieder erreichbar.

Trotz der schnellen Reaktion der Administratoren warnen Fachleute jedoch davor, bereits Entwarnung zu geben. Die Sicherheitslücke wurde von Behörden als außerordentlicher Notfall eingestuft. Laut Daten des Cybersicherheitsunternehmens Cloudflare begannen automatisierte Angriffsversuche bereits zehn Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe der Schwachstelle. Die Zahl der Attacken stieg in der Folge rasant an und erreichte innerhalb kurzer Zeit Millionenhöhe.

BSI sieht bisher keine erfolgreichen Angriffe

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sowie das Digitalministerium teilten mit, dass bislang keine Meldungen über erfolgreiche Angriffe auf die Bundesverwaltung oder die regulierte Wirtschaft vorlägen. Experten betonen jedoch, dass dies keine Garantie für die Abwesenheit von Schäden sei. Da rund 70 Prozent aller Webseiten weltweit auf PHP basieren, sei das Risiko für erfolgreiche Manipulationen hoch.

Die Aufarbeitung der Vorfälle könne Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. Es bestehe die Gefahr, dass bei erfolgreichen Angriffen sensible Daten wie Passwörter abgeflossen sein könnten, was in der Zukunft zu Datendiebstahl oder Erpressungsversuchen führen könnte.

Handlungsempfehlungen für Administratoren und Nutzer

Für normale Internetnutzer besteht laut Experten derzeit kein direkter Handlungsbedarf. Auch Kunden von Webhosting-Anbietern müssen in der Regel nicht selbst aktiv werden, da professionelle Hoster die notwendigen Sicherheitsupdates zeitnah installieren.

Das bloße Einspielen von Software-Updates reicht allerdings nach Einschätzung von Sicherheitsexperten bei weitem nicht aus. Thomas Boele, Sicherheitsexperte beim Softwareunternehmen Check Point, warnte davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Er forderte Systembetreiber eindringlich auf, über die reine Patch-Installation hinaus aktiv zu werden.

«Honigfalle» für kriminelle Hacker

Zu den notwendigen Sofortmaßnahmen gehöre eine rückwirkende Prüfung der Logdaten bis zum 17. Oktober 2026, um mögliche Kompromittierungen zu erkennen. Der Grund: An diesem Tag wurden auf einem sogenannten Honeypot von Amazon - einer digitalen Falle, die Angreifer anlocken soll - erste Angriffsversuche registriert. Wer seine Daten nicht bis zu diesem Datum prüfe, übersehe möglicherweise, ob sein System bereits vor dem Update heimlich infiltriert wurde.

Boele forderte die Verantwortlichen außerdem auf, die Zugangsdaten und Schlüssel für sogenannte Programmierschnittstellen (API-Keys) konsequent zu erneuern. Ein zentraler Baustein der Verteidigung sei zudem die Aktualisierung von Web Application Firewalls (WAF). 

Eine WAF fungiert als Schutzschild zwischen einer Webanwendung und dem Internet; sie analysiert den eingehenden Datenverkehr und blockiert bösartige Anfragen, bevor diese das System erreichen können. 

Hausaufgaben für die Verantwortlichen

Ferner mahnte Boele in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa den Aufbau eines vollständigen Systeminventars an, um überhaupt erst Transparenz darüber zu schaffen, wo und in welchen Versionen PHP-Komponenten im eigenen Netzwerk im Einsatz sind. Da PHP auf einem Großteil der weltweiten Webserver läuft, sei das Risiko durch die Schwachstelle, die als Einfallstor für Angriffe auf interne Netzwerke dienen kann, weiterhin als hoch einzustufen.

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© dpa-infocom, dpa:261023-930-880358/4
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