
Caritas und Alexianer Klinikum Hochsauerland setzen sich für eine faire Bezahlung ein. Dafür nutzen sie auch ein Großplakat an der Autoabfahrt in Alt-Arnsberg. Es soll auf die Bedeutung tariflicher Bezahlung in Pflege, Medizin und bei sozialen Diensten aufmerksam machen. Vertreter des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn, des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern und des Alexianer Klinikums Hochsauerland unterstützen gemeinsam die Aktion #bessermachen und die gleichnamige Petition der Caritas in Nordrhein-Westfalen.
Die Petition richtet sich gegen Pläne und erste Gesetzesänderungen der Bundesregierung, durch die eine Finanzierung tariflicher Personalkosten infrage gestellt wird. Gefordert wird, die Finanzierung von Personalkosten in Pflege, Medizin und sozialen Diensten dauerhaft gesetzlich abzusichern, um die Versorgungssicherheit der Menschen zu gewährleisten.
Forderungen
„Unsere Mitarbeitenden haben eine verlässliche und faire Bezahlung verdient“, sagt Diözesan-Caritasdirektorin Esther van Bebber. „Was wir von der Politik erwarten, ist eine ebenso verlässliche Refinanzierung. Den gesetzlichen Rahmen dafür schafft die Tariftreue. Deshalb bringen wir unsere Forderung jetzt weithin sichtbar auf die Straße. Und vielleicht sieht das Plakat ja auch der Bundeskanzler, wenn er auf dem Weg nach Hause ist.“
Auch für den Caritasverband Arnsberg-Sundern hat die Frage unmittelbare Bedeutung. „Tariftreue ist für uns keine abstrakte Forderung, sondern gelebte Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden“, sagt Vorstand Dominik Pieper. „Wer gute Fachkräfte gewinnen und halten will, muss ihnen gute und verlässliche Arbeitsbedingungen bieten können. Deshalb darf eine tarifgerechte Bezahlung nicht dazu führen, dass soziale Einrichtungen wirtschaftlich unter zusätzlichen Druck geraten.“
Für das Alexianer Klinikum Hochsauerland verweist die stellvertretende Verwaltungsleiterin Hanna Twyhues auf die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für die medizinische Versorgung: „Im Krankenhaus sind neben den Forderungen zur Tariftreue besonders die Reduzierung der Prüfquoten und der Bürokratieabbau wichtige Themen. Wenn weniger Mittel für Personal zur Verfügung stehen und gleichzeitig die Bürokratie zunimmt, bringt das die Krankenhäuser nur noch weiter an ihre wirtschaftlichen Belastungsgrenzen.“
NRW-Kampagne
Die Aktion in Arnsberg ist Teil der NRW-weiten Caritas-Kampagne „besser machen“. Unter dem Leitmotiv „besser machen statt schlecht reden“ macht die Caritas konkrete Vorschläge für bessere politische Rahmenbedingungen. „Auch wir sehen das ernsthafte Ringen um dringend notwendige Reformen in der Versorgung der Menschen. Deshalb wollen wir Kipppunkte ins Wort bringen und gemeinsam für zukunftsfeste Rahmenbedingungen Sorge tragen", so Esther van Bebber. Allein im Erzbistum Paderborn arbeiten mehr als 73.000 Menschen bei katholischen Trägern der Alten- und Gesundheitshilfe, der Jugend- und Behindertenhilfe sowie weiterer sozialer Dienste. Bundesweit beschäftigt die Caritas rund 770.000 Mitarbeitende, davon etwa 281.000 in Nordrhein-Westfalen.
Info
Die Petition „Tariftreue besser machen!“ der Caritas in Nordrhein-Westfalen kann online
unterzeichnet werden.