
Das schnelle Geld im Internet verdienen- damit locken viele Betrüger online. Im Hochsauerlandkreis sind im vergangenen Jahr 85 Betrugsfälle bekannt geworden. Bearbeitet werden sie vom Kriminalkommissariat für Wirtschafts- und Onlinekriminalität in Dortmund. 80 Prozent der Betrüger kamen dabei aus dem Ausland. Die Kripo geht von einer wesentlich höheren Dunkelziffer aus. Weil die Opfer sich schämen, erstatteten sie keine Anzeige, so ein Sprecher der Polizei Dortmund. Auf die Versprechungen vom schnellen Geld sind Sauerländer aller Altersklassen hereingefallen. Das Alter der Betrugsopfer liegt zwischen 20 und 70 Jahren. Der Betrug läuft meist über Trading-Plattformen, die ihre Opfer über Social Media mit der Aussicht auf riesige Gewinne locken.
Die Masche der Betrüger:
Die Betrüger gehen immer auf die gleiche Weise vor. „Persönliche Berater“ nehmen direkten Kontakt auf und überreden die Kunden zu investieren oder spähen Ihre Daten aus. Sie bauen Vertrauen zu den Angerufenen auf und überzeugen sie erstmal eine kleine Summe zu investieren. Dafür bekommen die Betrugsopfer auch erstmal eine gute Rendite. Auch wenn die Betrüger im Ausland sitzen, sprechen sie fließend deutsch, so die Polizei. Später fordern die Täter immer mehr Geld. Sobald kein Geld mehr eingezahlt wird oder die Kunden Auszahlungen verlangen, brechen sie den Kontakt ab.
Gefälschte Videos und Brokerseiten
Die Methoden der Trading-Betrüger werden immer ausgefeilter. Sie fälschen täuschend echt bekannte Broker-Seiten. Die auf den Plattformen angezeigten Kurse und Gewinne wirken real, sind aber vollständig gefälscht. Auch Videos von bekannten Finanz-Influencern werden von den Betrügern mit KI gefälscht. Sie nehmen das Gesicht der bekannten Influencer und erzeugen eigene Videos, die in den sozialen Medien hochgeladen werden. Dort werde die Geldanlage angepriesen, so die Polizei. Nach dem Motte: "Guck' mal, soviel lässt sich damit verdienen".
Die Geschädigten werden erst misstrauisch, wenn sie kein Geld wiederbekommen. Dann ist es meist zu spät. Die Online-Betrüger sind schwer zu fassen.