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Offene Ganztagsbetreuung an Sauerländer Grundschulen
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Offene Ganztagsbetreuung an Sauerländer Grundschulen

Seit diesem Schuljahr gilt für neu eingeschulte Kinder der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. Die Kommunen im Hochsauerlandkreis müssen dafür Plätze, Räume und Personal bereitstellen.

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Insgesamt sind die Sauerländer Städte und Gemeinden gut auf die verpflichtende Ganztagsbetreuung an Grundschulen vorbereitet. Das hat eine Radio Sauerland Recherche ergeben.

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Aktuelle Situation in Brilon, Schmallenberg und Arnsberg

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In Brilon können nach Angaben der Stadt allen Kindern Betreuungsplätze angeboten werden. Derzeit sind an verschiedenen Standorten noch einzelne Plätze frei. Allerdings stehen auch drei Kinder auf einer Warteliste für eine offene Ganztagsschule (OGS), an der alle Plätze besetzt sind. Die Stadt geht davon aus, dass auch diesen Schülerinnen und Schülern durch kurzfristige Abmeldungen anderer Kinder spätestens bis zu den Herbstferien ein Platz angeboten werden kann. OGS im Stadtgebiet werden von Kooperationspartnern wie der Jugendhilfe Olsberg oder dem Sozialwerk für Bildung betreut.

In Arnsberg hat bereits vor mehr als drei Jahren ein Dialog- und Arbeitsprozess begonnen, um den Rechtsanspruch vorzubereiten, so die Stadt. Mit dem Projekt „OGS-Arnsberg im Wandel“, das 2023 eingerichtet wurde, arbeitet die Stadt gemeinsam mit mehreren Akteuren an der Weiterentwicklung der Offenen Ganztagsschulen. Dabei soll der OGS-Anspruch nicht nur formal erfüllt, sondern auch pädagogisch und bedarfsgerecht gestaltet werden, so die Stadt Arnsberg. Nach Angaben der Verwaltung kann der Bedarf im Stadtgebiet komplett gedeckt werden. Im laufenden Schuljahr 2025/2026 haben 1437 Schülerinnen und Schüler die OGS besucht. Für das Schuljahr 2026/2027 lagen bei der letzten Zwischenerhebung im März 1430 Anmeldungen vor.

Die Grundschulen im Stadtgebiet sind auf den OGS-Anspruch vorbereitet, heißt es von der Stadt Schmallenberg. Seit Beginn des neuen Schuljahres wird an fünf von sechs Grundschulen eine OGS angeboten. Das betrifft die Katholische Grundschule Bad Fredeburg, die Katholische Grundschule Berghausen, die Katholische Grundschule Fleckenberg, die Katholische Grundschule Oberkirchen und den Städtischen Gemeinschaftsgrundschulverbund Schmallenberg-Gleidorf. Die Gemeinschaftsgrundschule Bödefeld bietet die Betreuungsangebote „Schule von acht bis eins“ und „Dreizehn Plus“ an. Die Betreuung erfolgt über Kooperationspartner, die als Träger der OGS qualifiziertes Personal zur Verfügung stellen, so die Stadt. Nach Angaben der Verwaltung kann allen Familien mit Betreuungsbedarf ein Platz im offenen Ganztag angeboten werden. Neu eingerichtet wurde die OGS zum 1. August an der Grundschule Berghausen. An den Grundschulen in Bad Fredeburg, Fleckenberg, Oberkirchen und Schmallenberg/Gleidorf gibt es das Angebot bereits seit mehreren Jahren.

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Umbaumaßnahmen und hohe Kosten für Sauerländer Kommunen

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Sauerländer Städte und Gemeinden haben in den vergangenen Jahren viel Geld und Ressourcen in den Ausbau von Grundschulen investiert. Für insgesamt eine Million Euro wurden und werden in Schmallenberg Klassenräume in multifunktionale Tagesräume umgewandelt. Ein Großteil des Geldes fließt in die Ausstattung der OGS, etwa in Küchenausstattung, Spielgeräte, Ruhebereiche und multifunktionale Möbel. An der Grundschule Oberkirchen wird der Raumbedarf durch die Anmietung eines multifunktionalen Klassen- oder Tagesraummoduls erfüllt. An sich sind aber alle Grundschulen im Stadtgebiet baulich gut auf den OGS-Anspruch vorbereitet, heißt es von der Stadt Schmallenberg. Aktuell beträgt der Bedarf an OGS-Plätzen rund 30 Prozent. Im Endausbau ab 2029 rechnet die Stadt mit einer Betreuungsquote von 50 bis 60 Prozent.

Bis Ende 2027 will Brilon nach eigenen Angaben mehr als neun Millionen Euro in das Betreuungsangebot und den Ausbau der städtischen Grundschulen investiert haben. An der Grundschule Ratmerstein wurde die OGS erweitert. Die Kosten liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Gebaut wurde ein dreigeschossiger Anbau mit drei OGS-Räumen, Differenzierungsräumen und Aufzugsanlage. An der St.-Engelbert-Grundschule wurde die OGS ebenfalls erweitert. Die Kosten liegen bei rund acht Millionen Euro einschließlich Anpassungen des Schulhofs. Dort gibt es jetzt vier OGS-Räume mit Nebenräumen, vier Klassenzimmer mit Nebenräumen, einen Mehrzweckraum, ein behindertengerechtes WC, einen Personalraum für die OGS sowie einen Aufzug. An den Grundschulen in Thülen, Hoppecke und Alme wurden nach Angaben der Stadt keine wesentlichen Umbaumaßnahmen für den Ausbau des Betreuungsangebots vorgenommen. Bisher wurden in Brilon so rund 40 neue Betreuungsplätze geschaffen, weitere 50 sind in Planung. OGS-Angebote bestehen an der St.-Engelbert-Grundschule seit dem Schuljahr 2004/2005, an der Ratmersteinschule seit 2014/15 und am Grundschulverbund Thülen-Alme-Hoppecke seit 2007/08.

An nahezu allen Grundschulen in Arnsberg wurden Modernisierungs- und Baumaßnahmen umgesetzt, so die Stadt. Investiert wurde unter anderem in multifunktionale Räume, Erweiterungen von Mensen, Aufwertungen von Schulhöfen, Dachausbauten und die Sanierung von Pausenhallen. Insgesamt sind rund 3,2 Millionen Euro geflossen. Davon kommen 2,72 Millionen Euro aus Fördergeldern, der kommunale Eigenanteil liegt bei 480.000 Euro, so die Stadt. Der weit überwiegende Teil der 18 Grundschulen im Stadtgebiet sowie die Förderschule Fröbelschule werden nach Angaben der Stadt bereits seit Jahren als Offene Ganztagsschulen geführt. Als letzte Einrichtung wurde die Urbanusschule in Voßwinkel zum Schuljahr 2025/2026 in das OGS-Modell überführt. Zum Start des Rechtsanspruchs müssen also keine komplett neuen OGS-Strukturen geschaffen werden. Im Fokus steht vielmehr eine zielgerichtete und flexible Bedarfssteuerung, so die Stadt.

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