
Nach den hitzebedingten Fahrbahnschäden Ende Juni zwischen Winterberg-Grönebach und Medebach-Küstelberg macht Straßen.NRW deutlich: Solche Schäden kommen vor, sind aber nicht automatisch bei jeder Hitzewelle zu erwarten.
Zwar habe es auch in den vergangenen Jahren immer wieder heiße Phasen gegeben, heißt es. Ob eine Straße tatsächlich Schaden nimmt, hänge aber stark von der jeweiligen Strecke und ihrem Zustand ab. Eine genaue Statistik, wie oft solche Fälle auftreten oder ob sie in den vergangenen Jahren zugenommen haben, gibt es laut Straßen.NRW nicht.
Vollsperrung der Küstelberger Straße
Am 24. Juni 2026 musste die Küstelberger Straße zwischen Winterberg-Grönebach und der Einmündung L740 in Medebach-Küstelberg wegen Fahrbahnschäden durch anhaltend hohe Temperaturen sofort gesperrt werden. Der betroffene Abschnitt war bereits Mitte 2025 an einzelnen Schadstellen saniert worden. Durch die hohen Temperaturen in Verbindung mit direkter Sonneneinstrahlung war das eingebaute Material so weich geworden, dass es sich beim Befahren vom Untergrund löste.
Im ganzen Bundesgebiet mussten Autobahnen in diesem Sommer bereits wegen Hitzeschäden gesperrt werden.
Asphaltstraßen halten Hitze besser aus
Wie hitzeanfällig eine Straße ist, lässt sich nach Angaben von Straßen.NRW nicht pauschal sagen. Entscheidend sei unter anderem, ob es sich um einen Abschnitt mit sogenannter Oberflächenbehandlung handelt und ob die Strecke in der prallen Sonne liegt oder durch Bäume geschützt wird.
Gerade dieser natürliche Schutz durch Beschattung habe im Sauerland in den vergangenen Jahren spürbar abgenommen. Auch die Dauer der Hitze spiele eine wichtige Rolle. Kurze heiße Phasen von ein bis zwei Tagen würden viele Strecken meist noch gut verkraften. Wenn die Hitze aber über mehrere Tage anhält, werde das Material weicher - und Schäden seien deutlich wahrscheinlicher.
Straßen.NRW verweist darauf, dass Hitzeschäden in erster Linie bei oberflächenbehandelten Strecken auftreten. Klassische Asphaltstraßen, wie sie in Deutschland in der Regel gebaut werden, seien davon normalerweise nicht betroffen.
Die sogenannte Oberflächenbehandlung sei eher eine Übergangslösung. Sie werde genutzt, um ältere Strecken noch für einige Jahre verkehrssicher zu halten, bevor später eine vollständige Sanierung nötig wird.
Reparaturen sind oft nur eine Zwischenlösung
Dass die L872 Mitte 2025 an Schadstellen repariert wurde und nun erneut Probleme macht, ist laut Straßen.NRW kein ungewöhnlicher Widerspruch. Punktuelle Reparaturen seien grundsätzlich nur als Übergangslösung gedacht und nicht als dauerhafter Ersatz für eine umfassende Instandsetzung.
Eine Grundsanierung komme in der Regel dann in Frage, wenn der Zustand einer Straße insgesamt so schlecht sei, dass einzelne Ausbesserungen nicht mehr ausreichen. Wann genau dieser Punkt erreicht ist, werde aber immer im Einzelfall entschieden.
Straßen.NRW Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift
Die Regionalniederlassung Sauerland-Hochstift des Landesbetriebs Straßen.NRW ist die zuständige Behörde für Bau, Betrieb und Unterhaltung der Bundes- und Landesstraßen im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest. Sie trifft alle notwendigen Vorkehrungen zur Verkehrssicherheit auf ihrem Streckennetz.
Straßen.NRW betreut landesweit insgesamt rund 3.954 Kilometer Bundesstraßen und rund 11.608 Kilometer Landesstraßen in NRW (Stand 01.01.2026). Hinzu kommen rund 1.020 Kilometer Kreisstraßen und rund 7.900 Kilometer Radwege.