
Es gibt 151 Einkommensmillionäre im Hochsauerlandkreis. Gleichzeitig haben 111.500 Menschen einen Job. Damit kommen im HSK 738 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf einen Menschen, der ein Einkommen von mindestens einer Million Euro pro Jahr hat. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) im Hochsauerlandkreis heute hingewiesen. Die NGG Südwestfalen beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) und der Arbeitsagentur. „So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Hochsauerlandkreis aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Isabell Mura. Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen warnt dabei „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Hochsauerlandkreis“. Die Gesellschaft gerate immer mehr aus den Fugen, heißt es.
Forderungen an die Politik
„Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“, sagt Isabell Mura. Die Gewerkschafterin appelliert jetzt an die Bundestagsabgeordneten von CDU und SPD aus dem Hochsauerlandkreis und der Region, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition „sozialen Kurs zu halten“. Isabell Mura: „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“ Erbschaften und Vermögen würden dagegen nur 1,1 Prozent des gesamten Steueraufkommens bringen. Die heimischen Bundestagsabgeordneten müssten jetzt dafür sorgen, dass „die anstehenden Reformen der Bundesregierung bei Steuern, Rente, Gesundheit & Co. die Kluft zwischen Arm und Reich überwinden und nicht noch größer machen“. Dabei dürften eine Vermögenssteuer und ein höherer Spitzensteuersatz keine Tabus sein. Außerdem fordert die NGG Südwestfalen Schwarz-Rot auf, „den Mut zu haben, das Ehegattensplitting abzuschaffen“. Es mache Jobs für Frauen oft unattraktiv und fördere damit überkommene Rollenbilder.