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NGG: Überstunden gefährden Gesundheit
© NGG
8 Stunden – alles darüber geht stark auf die Gesundheit und schraubt das Unfallrisiko nach oben, warnt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Die NGG Südwestfalen stemmt sich damit gegen Pläne der Bundesregierung, den 8-Stunden-Tag zu kippen
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NGG: Überstunden gefährden Gesundheit

Das Bundeskabinett hat gestern den ersten Schritt getan, um den 8-Stunden-Tag zu kippen. Ein wöchentliche Obergrenze soll die tägliche Höchstarbeitszeit ersetzen. Die Gewerkschaften lehnen das ab

Veröffentlicht: Mittwoch, 28.01.2026 23:00

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Die Bundesregierung rüttelt am 8-Stunden-Tag. Gestern hat das Bundeskabinett die Nationale Tourismusstrategie verabschiedet. Diese Strategie kippt den bislang gesetzlich garantierten 8-Stunden-Tag. Sie sieht vor, die bisherige tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen. Gerade die Gastronomie- und Tourismusbranche mit ihrem starken saisonalen Geschäft sowie Nacht- und Wochenendarbeit könnte von der Neuerung profitieren, heißt es. Aber auch auf andere Wirtschaftszweige könnte die neue Regelung übertragen werden. Die Gewerkschaften bei uns lehnen es grundsätzlich ab, den 8-Stunden-Tag abzuschaffen.

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Heimische Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten(NGG) übt scharfe Kritik

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"Wir kritisieren die Entscheidung des Bundeskabinetts auf das Schärfste", sagt Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Südwestfalen. In der Gastrobranche im Sauerland werde schon jetzt häufig mehr gearbeitet als erlaubt. Auch gebe es viel unbezahlte Mehrarbeit. Der Manteltarifvertrag lasse flexible Arbeitszeiten auch jetzt schon zu, sagt Mura. Zusammen mit den anderen Gewerkschaften will die NGG jetzt gegen die Pläne der Bundesregierung, den 8-Stunden-Tag zu kippen, gegenhalten.

Im Hochsauerlandkreis arbeiten in der Gastrobranche nach Angaben der NGG rund 3020 Menschen. Es gibt 480 Betriebe.

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Längere Arbeitszeiten: NGG sieht Gesundheitsrisiken

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Egal ob im Handwerk, in der Industrie, im Handel oder in Dienstleistungen - viele Arbeitnehmer machen jetzt schon Überstunden und Schichtarbeit belastet zusätzlich. Der Wechsel von Früh-, Spät- und Nachtschichten bringe viele an ihre Grenzen, warnt Isabell Mura. Besonders in der Lebensmittelindustrie seien Wechselschichten verbreitet. Folgen seien Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Müdigkeit. Laut NGG klagt die Hälfte der Beschäftigten über Schlafprobleme. "In der Gastro arbeiten viele junge Leute. Ein Grund dafür ist, dass Köche und Kellner das Rentenalter nicht erreichen, weil sie in ihrem Arbeitsleben so stark belastet sind", so Mura. Der 8-Stunden-Tag sei ein zentraler Pfeiler des Gesundheitsschutzes.

NGG: "Hände weg vom 8-Stunden-Tag"

Vor diesem Hintergrund kritisiert Mura die Pläne der Bundesregierung, den 8-Stunden-Tag zu kippen und 12-Stunden-Schichten zu erlauben: „Das gefährdet die Gesundheit der Beschäftigten. Wer regelmäßig über 10 Stunden am Tag arbeitet, riskiert Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Burnout oder sogar Diabetes. Auch das Unfallrisiko steigt: Nach 8 Stunden häufen sich Fehler, ab der 12. Stunde verdoppelt sich die Unfallrate. Lange Arbeitszeiten erhöhen zudem das Schlaganfallrisiko und erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Beruf". Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen beruft sich dabei auf arbeitsmedizinische Untersuchungen. Eine hohe Wochenarbeitszeit wirke sich auch auf das Schlaganfallrisiko aus. Dies steige bei 41 bis 48 Wochenstunden um 10 Prozent. Bei 55 und mehr Stunden pro Woche sogar um 33 Prozent.

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