
Im Hochsauerlandkreis pendeln etwas mehr Menschen zur Arbeit aus dem Kreis heraus als hinein. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit müssen 26.020 Menschen, die hier wohnen, woanders hin zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Gleichzeitig kommen 25.350 Beschäftigte von außerhalb in den HSK.
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Südwestfalen nimmt die Zahlen zum Anlass, die Kosten für Berufspendler zu kritisieren. Längere Arbeitswege seien ein Faktor, der Zeit, Nerven und vor allem Geld koste, sagt Geschäftsführerin Isabell Mura.
NGG fordert Mobilitätsgeld
Aus Sicht der Gewerkschaft belasten vor allem hohe Spritpreise viele Haushalte im Hochsauerlandkreis. Besonders hart treffe das Menschen mit geringem Einkommen, die für den Weg zur Arbeit auf das Auto angewiesen seien.
Die NGG spricht sich deshalb für ein Mobilitätsgeld von 17 Cent pro Kilometer aus. Dieses solle allen Pendlerinnen und Pendlern unabhängig vom Einkommen zustehen und entweder direkt ausgezahlt oder beim monatlichen Lohnsteuerabzug berücksichtigt werden.
Zuschüsse von Unternehmen gefordert
Solange ein solches Mobilitätsgeld nicht komme, müssten auch Unternehmen stärker unterstützen, fordert die Gewerkschaft. Mura nennt als Beispiele einen Zuschuss zum Deutschlandticket, konkrete Wegegelder oder günstiges beziehungsweise kostenloses Laden von E-Autos auf dem Firmengelände.
Die NGG kündigt an, das Thema Mobilitätskosten künftig stärker in Tarifverhandlungen im Hochsauerlandkreis einzubringen.
Auch Bahnfahren ist nach Ansicht der NGG zu teuer
Kritisch sieht die Gewerkschaft außerdem die Preise für Bahntickets. Wer ohne Bahncard oder ohne früh gebuchten Sparpreis unterwegs sei, müsse oft tief in die Tasche greifen - vor allem im Fernverkehr.
Für Menschen mit unteren oder mittleren Einkommen grenze Bahnfahren damit teils an „Mobilitätsluxus“, so die NGG. Nach Darstellung der Gewerkschaft könne eine Stunde Zugfahrt im Fernverkehr für Menschen mit Mindestlohn rechnerisch vier Arbeitsstunden oder mehr kosten.