
Die Stadt Olsberg will ihren Einzelhandel für die Zukunft stärken. Nach fast 20 Jahren soll das bisherige Konzept aus dem Jahr 2006 durch ein neues Einzelhandelskonzept ersetzt werden. Ziel ist es, die Nahversorgung zu sichern, die beiden Einkaufsbereiche in der Kernstadt zu stärken und künftige Ansiedlungen rechtssicher zu steuern. Für das neue Einzelhandelskonzept liefen unter anderem Verbraucherbefragungen, Interviews mit Händlern und Bestandsaufnahmen zwischen Herbst 2025 und Frühjahr 2026. Das zentrale Ergebnis des neuen Einzelhandelskonzeptes ist, dass zwei zentrale Versorgungsbereiche in Olsberg und Bigge bestehen bleiben. Große Händler ab 800 Quadratmetern Verkaufsfläche dürfen nur dort eröffnen. Kleinere Geschäfte sind nicht betroffen. Für bestimmte Sortimente wie Lebensmittel oder Kleidung gilt Bestandsschutz. Möbel- und Baumärkte dürfen auch außerhalb der Zentren wachsen. Die Verkaufsfläche ist leicht gestiegen, vor allem bei Lebensmitteln.
Olsberg und Bigge bleiben zentrale Versorgungbereiche
Die GMA, die Firma hinter dem Einzelhandelskonzept, schlägt vor, dass es auch künftig im Kernort zwei zentrale Versorgungsbereiche geben soll: In Olsberg erstreckt sich der Versorgungsbereich entlang von Ruhr-, Bahnhof- und Carlsauestraße. Neu hinzukommen soll eine Fläche westlich des Lidl-Marktes. Die geplante Erweiterung des Marktes an der Carlsauestraße sieht vor, dass die Verkaufsfläche des Lidls von rund 1.050 auf etwa 1.500 Quadratmeter anwächst. Vorgesehen sind Abriss und Neubau.
Aus dem bisherigen zentralen Versorgungsbereich Bigge soll künftig der Versorgungsbereich Stadtzentrum werden – in einem Areal zwischen Hauptstraße, Stadionstraße, Ruhrufer bis zum Hit-Markt umfasst er die großen Verbrauchermärkte. Der mögliche zentrale Versorgungsbereich Stadtzentrum wächst gegenüber dem bisherigen zentralen Versorgungsbereich Bigge damit deutlich nach Westen – auf der anderen (östlichen) Seite würden Flächen zwischen Hit- und Rewe-Markt wegfallen.
Im Zentrum des von der GMA erarbeiteten Bereiches liegt auch das Hochsauerlandstadion – wobei Bürgermeister Patrick Potthoff klarstellt, dass es derzeit keinerlei Pläne für eine Aufgabe der Sportstätte gibt. Das Entwicklungskonzept zeige mögliche Perspektiven und müsse auf die nächsten 20 Jahre betrachtet werden. Potthoff: „Wenn wir nicht handeln, machen es andere.“ Ohnehin sei eine Aufgabe des Stadions nur bei der Prüfung einer Kompensation durch eine andere Sportstätte denkbar.
Nächste Schritte
Wenn der Stadtrat heute Abend zustimmt, muss das neue Einzelhandelskonzept noch mehrere Hürden bis zur Umsetzung nehmen. Die Verwaltung muss zum Beispiel die neuen zentralen Versorgungsbereiche in den wirksamen Flächennutzungsplan überführen. Das Verfahren soll in einer der nächsten Sitzungen des Ausschusses für Planen und Bauen eingeleitet werden. Künftige Ansiedlungen, Erweiterungen oder Bauanfragen sollen sich dann an den neuen Regeln orientieren. Das betrifft besonders großflächigen Einzelhandel.