
Im östlichen Hochsauerlandkreis haben Menschen mit psychischen Erkrankungen eine neue Anlaufstelle. In Brilon ist jetzt die neue Tagesklinik mit Institutsambulanz der Klinik für Erwachsenenpsychiatrie des LWL-Klinikums Marsberg eröffnet worden. Der große Vorteil: Psychisch kranke Menschen können dort Hilfe bekommen, ohne gleich weit weg oder dauerhaft stationär behandelt werden zu müssen. Viele Betroffene können also in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und trotzdem eng begleitet werden.
Auch aus Sicht des Hochsauerlandkreises ist die neue Tagesklinik ein Gewinn. Die stellvertretende Landrätin Hiltrud Schmidt sagte, die Einrichtung stärke die Lebensqualität im psychosozialen Versorgungsnetz. Hilfe bedeute für viele Menschen auch neue Hoffnung.
Die Erwartungen an den neuen Standort sind hoch. Laut Anke Blank, Ärztliche Direktorin und Chefärztin der Klinik für Erwachsenenpsychiatrie des LWL-Klinikums Marsberg, kann die Tagesklinik dabei helfen, stationäre Aufenthalte zu vermeiden. Gleichzeitig spielt die Nachsorge eine besonders wichtige Rolle - also die Unterstützung nach einer Behandlung, damit der Übergang zurück in den Alltag besser klappt.
Moderner Neubau in nachhaltiger Bauweise
Der Neubau hat rund 1.000 Quadratmeter Nutzfläche. Es besteht aus einem Erdgeschoss mit Ambulanzräumen, die in ein Atrium eingebettet sind, und einem L-förmigen zweigeschossigen Baukörper, der die Tagesklinik beherbergt. Finanziert wurde das Projekt mit 7,5 Millionen Euro vom Land und 3,9 Millionen Euro Eigenmitteln des LWL-Klinikums Marsberg. Nach Angaben des LWL wurde dabei bewusst auf eine nachhaltige Bauweise gesetzt.
Die Eröffnung der Tagesklinik in Brilon hatte sich immer wieder verzögert.
Tagesklinik
Die neue Einrichtung liegt direkt neben dem Städtischen Krankenhaus Maria-Hilf in Brilon. Eine Tagesklinik ist im Grunde eine Klinik ohne Bett - gedacht für Patientinnen und Patienten, die keine Betreuung rund um die Uhr brauchen. Sie kommen tagsüber zur Behandlung und können danach wieder nach Hause.
Genau das ist aus Sicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe ein großer Pluspunkt. LWL-Direktor Dr. Georg Lunemann betonte bei der Eröffnung, dass teilstationäre und ambulante Angebote nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen seien. Wer behandelt wird, kann währenddessen im vertrauten sozialen Umfeld bleiben.
Institutsambulanz
Die Institutsambulanz ist eine erste Anlaufstelle für Menschen, die unter psychischen Krankheitssymptomen leiden oder den Ausbruch einer Erkrankung befürchten. Hier werden Erstgespräche geführt, Diagnosen gestellt, die passenden Therapien geplant und alle Formen ambulanter psychiatrischer Behandlung durchgeführt. Institutsambulanzen arbeiten eng mit sämtlichen Bereichen der angeschlossenen Klinik, mit den Hausärzt:innen, niedergelassenen Psychiater:innen sowie allen maßgeblichen Institutionen der psychosozialen Netze der Region zusammen.
Diese Krankheitsbilder können in Brilon behandelt werden
Schwere depressive Episoden, akute Angst- und Belastungsreaktionen, schwere chronische psychische Erkrankungen wie bipolare oder schizophrene Psychosen erfordern eine umfassende Behandlung in multiprofessionell aufgestellten Teams. Ebenso können psychische Störungen erhebliche Auswirkung auf die Teilhabe im Leben in der Gesellschaft haben. In der Tagesklinik und Psychiatrischen Institutsambulanz werden die Betroffenen unter Einbezug der wichtigen sozialen Bezugspersonen in medizinischer wie therapeutischer und sozialer Hinsicht bedarfsgerecht und individuell angepasst versorgt. Das Angebot gilt für alle Patient:innen ab 18 Jahren.