
Neue Polizeiwache in Meschede geplant
In Meschede soll eine neue Hauptwache für die Kreispolizeibehörde Hochsauerland entstehen. Der Stadtrat soll heute über die Einleitung der notwendigen Bauleitverfahren entscheiden. Geplant ist der Neubau südlich der A46, östlich des Enster Weges und nördlich der Straße Hückeler Höhe im Bereich Galiläa / Im Schlahbruch.
Veröffentlicht: Donnerstag, 19.03.2026 14:11
Hintergrund für die Pläne am "Erdbeerfeld" ist die Situation am bisherigen Standort der Kreispolizeibehörde am Rautenschemm in Meschede. Das Gebäude ist zu klein, deutlich in die Jahre gekommen und weist einen erheblichen Sanierungsstau auf. Schon seit Jahren nutzt die Polizei deshalb zusätzlich Räume im Amtsgericht Meschede an der Steinstraße. Auch die verkehrliche Anbindung des jetzigen Standorts wird als problematisch beschrieben, weil die Zufahrt nur noch aus Richtung Schlotweg möglich ist. Die zuständigen Stellen des Landes Nordrhein-Westfalen hatten sich deshalb bereits vor einigen Jahren dafür entschieden, in Meschede einen Neubau zu realisieren. Im weiteren Verfahren fiel dann die Entscheidung, den Standort komplett zu verlagern. Der Neubau soll von einem privaten Investor errichtet und langfristig an die Polizei vermietet werden. Der Bau beginnt voraussichtlich 2028, die Fertigstellung ist für 2031 geplant.
Neues und modernes Gebäude
Nach der Beschreibung des privaten Investors ist ein moderner Gebäudekomplex für rund 250 Mitarbeiter geplant. Etwa 200 Beschäftigte sollen dort im Tagesdienst arbeiten, rund 50 im Wach- und Wechseldienst. Vorgesehen sind eine Mietfläche von rund 8.765 Quadratmetern und eine Nutzungsfläche von rund 7.322 Quadratmetern. Hinzu kommen etwa 250 Stellplätze für Mitarbeitende, Besucher und Dienstfahrzeuge, Flächen für Sondereinsatzfahrzeuge, Fahrradabstellplätze und ein Funkmast mit einer Höhe von etwa 30 Metern. Geplant ist ein zwei- bis viergeschossiger Gebäudekomplex mit einem zusätzlich zurückversetzten Technikgeschoss auf einzelnen Gebäudeteilen. Vier Gebäuderiegel sollen einen gemeinsamen Innenhof umschließen. Ein weiterer eingeschossiger Gebäudeteil im Osten ist für den Sicherungsgewahrsam vorgesehen. Die Hauptzufahrt der neuen Wache soll über den Kreisverkehr Hückeler Höhe erfolgen. Nach Einschätzung der Stadt ist dieser leistungsfähig genug, um den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. Eine weitere Zufahrt soll es über den Enster Weg als Bedarfs- und Lieferzufahrt geben.
Auch die Auswirkungen auf Landschaft und Klima sind für einen möglichen Neubau wichtig. Das Gebäude würde auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Flächen entstehen und somit in die Landschaft eingreifen. Laut Lageplan sollen 38 Bäume auf der Stellplatzanlage gepflanzt werden. Auf Photovoltaikanlagen über den Stellplätzen werde dagegen verzichtet. Angaben zur späteren Beheizung und Belüftung des neuen Gebäudes liegen laut Verwaltung bislang noch nicht vor.
Die weiteren Planungen
Mit einem heutigen ersten Ratsbeschluss wäre das Projekt noch nicht abschließend entschieden. Nach Angaben der Stadt fehlen noch verschiedene Fachgutachten und Untersuchungen. Dazu zählen unter anderem die technische Anbindung an Ver- und Entsorgungsleitungen, die Klärung des Höhenunterschieds zur Straße Im Schlahbruch, artenschutzrechtliche und weitere ökologische Untersuchungen oder Prüfungen zu Schall- und Lichtemissionen für die benachbarte Wohnsiedlung. Weil sich das Vorhaben in der Nähe des ehemaligen Klosters Galiläa befindet, sind außerdem archäologische Untersuchungen des Baugrunds erforderlich. Neben dem Bebauungsplan und der Änderung des Flächennutzungsplans ist auch eine Änderung des Regionalplans erforderlich. Die Fläche ist derzeit als Freiraum und nicht als allgemeiner Siedlungsbereich dargestellt. Nach Angaben der Stadt ist die Bezirksregierung Arnsberg grundsätzlich bereit, eine entsprechende Regionalplanänderung einzuleiten. Erste Beschlüsse dazu sollen im Regionalrat im September 2026 gefasst werden.
Mögliche Nachnutzung
Der Rat will neben den Planungen für das neue Gebäude auch an die zuständigen Dienststellen des Landes Nordrhein-Westfalen appellieren. Es solle sich frühzeitig um eine Nachnutzung des bisherigen Standorts Am Rautenschemm 2 gekümmert werden. Ein Leerstand dort müsse unbedingt vermieden werden, so die Stadt. Für eine neue Nutzung des bisherigen Standorts wäre allerdings ebenfalls eine Anpassung des Planungsrechts erforderlich, weil die Fläche derzeit als Gemeinbedarfsfläche für Verwaltung festgesetzt ist.