
Dr. Doris Tenberge hat sich bewusst für das Sauerland entschieden. Die Medizinerin hat in Münster studiert, an der St. Barbara-Klinik in Hamm-Heessen ihren Facharzt für Innere Medizin gemacht und arbeitet aktuell am Uniklinikum Dresden. Die Stelle hat sie aber gekündigt, um zum 01.01.2027 in Meschede anzufangen. Dort steigt sie in die Gemeinschaftspraxis auf der Schützenstraße ein. Die Praxis ist schon seit Jahren Lehrpraxis der Uni Bochum und ist auch auf längere Sicht auf Nachfolgersuche. In der Praxis arbeitet Dr. Ralf Haarmann und auf die Frage, ob er sich wünsche, dass die neue Kollegin bleibt, wenn es passt, antwortet er lächelnd:
Ja, gerne. Ich bin nun mal Babyboomer und bald weg. Ich muss noch bis 2028, aber ich mache auch gerne noch ein bisschen länger"
Dr Doris Tenberge ist 35 Jahre alt und ist über eine Anzeige der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen Lippe (KVWL)auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, hierher zu kommen und auch gefördert zu werden. Es gibt 7.500 Euro monatlich und dafür hat sie sich verpflichtet, mindestens 9 Monate in der Praxis in Meschede zu bleiben.
"Land in Sicht - Ärzte für morgen" im Sauerland
Das Programm der KVWL fördert Haus- und Kinderärzte, die sich dann verpflichten, 6 - 9 Monate hier zu praktizieren. Von 12 Sauerländer Kommunen machen 11 mit. Nur Arnsberg ist nicht mit dabei, da die ärztliche Versorgung da noch besser läuft, als im Rest des Sauerlandes. Aktuell ist das Projekt bis 2027 bewilligt, aber laut KVWL sei die Verlängerung bis 2029 so gut wie sicher. Es gibt aber nicht nur finanzielle Förderung, sondern auch 4 Seminartage pro Jahr im Sauerland, an denen sich die Ärzte, die beteiligten Praxen und auch Interessierte austauschen können. Jeder potentielle Starter bekommt eine Mentorenpraxis zugeteilt, die sich kümmert und bei der die meisten dann auch einsteigen. Aktuell sind 27 Haus- und Kinderarztpraxen im Sauerland bereit, Mentorenpraxis zu sein. 2 weitere Bewerbungen liegen vor.
"Es ist super toll angelaufen" sagt der Hochsauerlandkreis
Der Kreis zieht bislang ein positives Fazit. Dr. Doris Tenberge ist bereits der fünfte Starter, der so ins Sauerland gekommen ist. Drei Hausärzte und zwei Kinderärzte sind es bislang. Insgesamt gibt es noch 11 mögliche Förderplätze und KVWL und Kreis hoffen, dass sich noch mehr potentielle Bewerber melden. In den nächsten 3 - 5 Jahren werden im Sauerland bis zu 40 % der niedergelassenen Haus- und Kinderärzte in Rente zu gehen. Das Programm soll dabei helfen, diese Generationenwechsel ohne große Versorgungslücken hinzubekommen.