Neubau der B 7

Meinung der Sauerländer gefragt. Zur Diskussion stehen acht Strecken-Varianten.

Aufgenommen im Juni 2019Straßenschild an der Durchgangsstraße Bestwig kurz vor dem Bahnhof.
© Radio Sauerland

Die Bundesstraße 7 zwischen Nuttlar und Brilon soll zügig neu gebaut werden. Bei der Suche nach der bestmöglichen Streckenführung ist auch die Meinung der Sauerländer gefragt. Straßen NRW hat jetzt dafür einen sogenannten Dialogprozess gestartet. Zur Diskussion stehen 8 mögliche Strecken.

Viele Gespräche und Infoveranstaltungen

Auftakt bildete in der vergangenen Woche der erste Politische Begleitkreis. Eingeladen waren Mitglieder des Europäischen Parlaments, des Bundes- und Landtages, Bürgermeister, Landrat, Fraktionsvorsitzende sowie Ortsvorsteher aus Brilon, Olsberg und Bestwig. Straßen.NRW informierte unterstützt durch das Kommunikationsbüro Dialog Basis zum vorgesehenen Dialogprozess und zum aktuellen Stand der Planung sowie zum weiteren Vorgehen. Neben den regelmäßigen Terminen für den Politischen Begleitkreis wird es ein Dialogforum mit circa 20 zufällig ausgewählten Bürgern geben. Auch sie kommen aus den betroffenen Städten und Gemeinden entlang der künftigen B7n. In den Sitzungen mit den 20 ausgesuchten Bürgern werden auch Naturschutzexperten, betroffene Landwirte sowie regionale Unternehmen angehört. „Gemeinsam wird ein Bürgervotum formuliert, dessen Empfehlungen in dem weiteren Planungsprozess Berücksichtigung finden“, erläuterte Dr. Antje Grobe von DIALOG BASIS. Coronabedingt sind Veranstaltungen wie z. B. Infomessen, Infomobil und eine Veranstaltung für die Landwirtschaft erst nach der Sommerpause geplant.

Acht Varianten

Zur Diskussion stehen acht Varianten. Dafür werden die Auswirkungen auf die Umwelt, den Naturschutz, die Luft und die Tiere, die dort leben, untersucht. Vor- und Nachteil sowie die Kosten sollen abgewogen werden. Zwischen Nuttlar und Ortseingang Altenbüren erwarten Experten kaum Probleme, da es hier nur eine Variante gibt. Kompliziert wird es in Altenbüren. Die meisten Dorfbewohner favorisieren die Trassen-Variante 1, die weit nördlich unterhalb eines Waldstücks den Ort umgeht. Allerdings haben hier Naturschützer Bedenken, da in diesem Abschnitt 3 Brutpaare des seltenen Raubwürger-Vogels leben. Insgesamt gibt es in NRW aktuell nur noch 30 Brutpaare. Die übrigen Varianten verlaufen über landwirtschaftliche Flächen, die sie zum Teil zerschneiden, und nahe an Bauernhöfen vorbei.

 

Dialogforum läuft im nächsten Jahr aus

„Wir werden alle acht Varianten im Dialogprozess ergebnisoffen diskutieren und müssen uns dabei den Fakten stellen“, betont Sven Koerner, Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlasung Sauerland-Hochstift. Ziel sei es, die Herausforderungen der verschiedenen Varianten transparent zu machen und so schnell wie möglich eine Variante für die neue B 7 zu finden, die gebaut werden kann. "Wir sind noch in einem sehr frühen Stadium der Planungen. Je mehr Bürger wir jetzt einbeziehen, desto schneller geht hinterher die Umsetzung!", so Koerner weiter. Das Dialogforum und die öffentlichen Infoveranstaltungen zur B7n sollen im Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein. "Auch danach werden wir auf die Meinung der Bürger hören, aber die Umsetzung ist dann schon schwieriger, weil dann die Verfahren laufen," macht Koerner deutlich. Mit dem Bau der B7n soll nach der Fertigstellung der A 46 nach Nuttlar das Verkehrskonzept im Bereich Bestwig/Olsberg/Brilon vervollständigt werden.

 

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