
Im Neheimer Stadtteil Bergheim wird die Kardinal-Jaeger-Straße umbenannt. Die Anwohner haben sich in einer Umfrage mehrheitlich für den Namen Gutenbergstraße entschieden. 63 Anwohner waren angeschrieben worden, 53 hatten geantwortet. 28 hatten für Gutenbergstraße gestimmt. So hieß die Straße in den 70. Jahren, bevor sie nach dem Paderborner Erzbischof benannt wurde. SPD und CDU hatten sich gemeinsam für die Umbenennung eingesetzt.
Missbrauch wurde vertuscht
In der im März veröffentlichten Missbrauchsstudie „Sexuelle Gewalt an Minderjährigen im Erzbistum Paderborn“ sind Verfehlungen Kardinal Jaegers im Zusammenhang mit dem Umgang mit Missbrauchstätern aktenkundig. Die Vorwürfe sind so schwerwiegend, dass eine weitere Ehrung durch Beibehaltung des Straßennamens nicht mehr gerechtfertigt ist, so SPD und CDU. Darüber hinaus sei die Rolle Jaegers in der NS- und Kriegszeit umstritten. Zu diesem Aspekt hat es auch schon in der Vergangenheit einen Antrag auf Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße gegeben, der allerdings aufgrund laufender Studien zu diesem Thema zunächst zurückgestellt wurde, so die Stadt Arnsberg. Lorenz Jaeger war von 1941 bis 1973 Erzbischof in Paderborn.
Anwohner stehen hinter der Entscheidung
Auch die Anwohner waren größtenteils dafür, dass ihre Straße einen anderen Namen bekommt. Am 20. April waren bei einer Bürgerversammlung Vorschläge für die Umbenennung gesammelt worden.
Für die Anwohner hat die Umbenennung ähnlich Folgen wie ein Umzug. Sie müssen zum Beispiel ihren Personalausweis ändern und Versicherungen, Arbeitgeber, Banken etc. über die neue Adresse informieren.