
K.O.-Tropfen sorgen für Unsicherheit unter Festbesuchern. Bei Schützenfesten, Kirmesveranstaltungen oder anderen großen Festen sind besonders junge Frauen oft verunsichert. Denn auch im Sauerland gibt es immer wieder Meldungen über Fälle bei denen K.O. Tropfen im Spiel waren oder es den Verdacht gab. Die Neheimer Schützen haben in Kooperation mit dem KiJu Neheim, der Frauenberatung Arnsberg, dem Alexianer-Klinikum Hochsauerland und dem St. Ursula Gymnasium Neheim ein Konzept zum Thema Gefahr durch K.O.-Substanzen erarbeitet. Besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf einem sicheren Schützenfest im August.
Hintergrund:
K.O.-Substanzen (eben nicht nur Tropfen) umfassen eine Vielzahl pharmakologisch aktiver Mittel. Sie werden unbemerkt verabreicht und finden sich meist in Getränken, die unbeaufsichtigt stehen gelassen wurden. Sie können aber über Sprays, Cremes oder Injektionen verteilt werden. Die Stoffe sind meist farb- und geruchlos, wirken rasch und führen zu Bewusstseinsstörungen, Erinnerungslücken oder sogar vollständiger Handlungsunfähigkeit. Jeder kann potentiell Opfer von K.O.-Tropfen werden, keine Umgebung gilt als vollständig sicher. Da viele Stoffe nur kurz im Körper nachweisbar sind, ist ein schnelles Handeln notwendig, also möglichst schnell in eine Arztpraxis oder einen Krankenhaus gebracht zu werden.
Kampagnen-Ziel:
Die Kampagne möchte über die Gefahren und Wirkmechanismen von K.O.-Substanzen aufklären. Präventives Verhalten soll gestärkt werden. Darüber hinaus sollen Betroffene und Zeugen klare Hinweise auf geeignete erste Anlaufstellen und medizinische Sofortmaßnahmen erhalten. Durch eine breite öffentliche Thematisierung soll das Bewusstsein für Risiken erhöht, zivilcouragiertes Handeln gefördert und die Hemmschwelle für das Verabreichen angehoben werden, heißt es.
Schwerpunkt auf Prävention und Aufklärung
- Bewusstmachung der Risiken als zentrale und derzeit wirksamste Präventionsmaßnahme.
- Thematisierung in allen relevanten Gruppen: KiJu, Schützen (insb. Jugendkompanie, Hofstaat, Kompanien, Vorstand).
- Vermittlung pragmatischer Schutzmaßnahmen (gemeinsam bleiben, Getränke sichern, Ansprechpersonen kennen).
- Anonyme Spurensicherung im Alexianer Klinikum Hochsauerland. Aufbewahrung der Suren über zehn Jahre im Uniklinikum Düsseldorf.
- Informationsmaterial & Sichtbarkeit beim Neheimer Schützenfes:
- Schützen stellen LCD-Werbeplatz (16:9) auf dem FEST IN NEHEIM im Festzelt für Präventionsbotschaften zur Verfügung.
- Logos und Werbebanner (inkl. Kampagnen-Auge)
- Schützen stellen 1.000 Korkies vor dem Schützenfest (VVK) und 2.000 Bierdeckel während des Festes und VVK bereit. Kosten übernimmt die Bruderschaft. KiJu erhält ca. 100 Stück zur Verteilung.
- Bierdeckel-Design mit klaren Präventions- und Notfallhinweisen mit folgenden Inhalten:
- K.O.-Substanzen haben viele Formen. Gemeinsam wachsam.
Polizei im HSK
Auch die Polizei im HSK und Justiz NRW machen immer wieder auf das Thema aufmerksam. Justiz NRW nutzt ebenfalls Bierdeckel, um auf die Gefahr durch K.O.-Tropfen aufmerksam zu machen, beispielsweise kamen sie im Karneval nrw-weit zum Einsatz.

