
Mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Polizei, Hilfsorganisationen und Forst sowie aus Kommunen und Kreisen sind am vergangenen Freitagabend in Sundern-Stockum mit Bundeskanzler und Bundestagsabgeordnetem Friedrich Merz zusammengekommen. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Oliver Pöpsel hatte Merz zu dem Austausch eingeladen, um die Erfahrungen aus den schweren Waldbränden dieses Sommers auszuwerten und konkrete Hinweise für die weitere politische Arbeit aufzunehmen.
Große Waldbrände in der gesamten Region
Im Mittelpunkt standen die großen Waldbrandeinsätze im Hochsauerlandkreis und im Kreis Soest. Beim Brand oberhalb von Sundern-Stemel waren im August rund 80.000 Quadratmeter Wald betroffen. Zeitweise waren dort rund 250 Einsatzkräfte tätig, ein Polizeihubschrauber unterstützte die Löscharbeiten und nahm Löschwasser aus der Sorpetalsperre auf. Der Waldbrand in Marsberg-Helminghausen war noch größer. Dort fielen 350.000 Quadratmeter Wald den Flammen zum Opfer. Rund 2000 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW, Polizei und DRK waren über vier Tage hinweg in wechselnden Schichten in der Brandbekämpfung aktiv. Die Einheiten mussten zum Teil aus ganz NRW und Nordhessen herangezogen werden. Die Stadt Marsberg sprach vom größten Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahrzehnte im Stadtgebiet. Am Möhnesee waren bei dem rund 58.000 Quadratmeter großen Waldbrand zeitweise rund 480 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, THW und Polizei im Einsatz.
„Was die Einsatzkräfte in diesen Tagen geleistet haben, verdient höchsten Respekt. Viele von ihnen haben über Stunden und Tage unter enormer körperlicher Belastung gearbeitet und dabei ihre eigenen beruflichen und privaten Verpflichtungen zurückgestellt. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement und die hervorragende Zusammenarbeit über Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinweg wären solche Einsatzlagen nicht zu bewältigen“, so Friedrich Merz.
Das brauchen Sauerländer Einsatzkräfte und Kommunen
In den Gesprächen ging es nicht nur um einen Rückblick. Die Einsatzkräfte haben geschildert, welche technischen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen sich aus Großschadenslagen ergeben. Ein Thema war die schnelle Verfügbarkeit von Hubschraubern zur Brandbekämpfung und die Frage, wie Unterstützung durch Polizei, Bundeswehr und weitere staatliche Stellen bei Bedarf möglichst schnell und mit klaren Anforderungswegen organisiert werden kann. Deutlich wurde zugleich die finanzielle Belastung der betroffenen Städte und Gemeinden. Aus den Kommunen wurden für die Einsätze Größenordnungen von rund 90.000 Euro für Sundern und etwa 80.000 Euro für Möhnesee genannt. Hinzu kommen mögliche Folgekosten für beschädigte Wege, Material und Wiederherstellungsarbeiten. Auch Marsberg hatte zuletzt bereits rund 85.400 Euro an erfassten Einsatzkosten ausgewiesen. „Wenn öffentliche Mittel für den Bevölkerungsschutz zur Verfügung stehen, müssen sie von den Verantwortlichen vor Ort auch tatsächlich abgerufen und eingesetzt werden können. Es hilft niemandem, wenn Geld bereitsteht, aber komplizierte Antrags- und Nachweisverfahren seine Nutzung erschweren. Wir müssen hier weiter vereinfachen und den Praktikern vor Ort mehr zutrauen“, so der Kanzler am Freitagabend in Stockum.
Auch die beiden Landräte Thomas Grosche für den Hochsauerlandkreis und Heinrich Frieling für den Kreis Soest brachten ihre Erfahrungen in die Diskussion ein. Beide sagten eine Prüfung zu, an welchen Stellen eigene Verwaltungsabläufe vereinfacht und unnötige bürokratische Belastungen reduziert werden können. Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die Gewinnung und Bindung junger Menschen für die Feuerwehren. Hier berichteten die Verantwortlichen von einer derzeit erfreulichen Entwicklung vieler Jugendfeuerwehren Nachwuchsarbeit. „Die gute Entwicklung bei den Jugendfeuerwehren ist vor allem das Verdienst der vielen Kameradinnen und Kameraden, die zusätzlich zu Einsatz und Ausbildung Zeit in die Nachwuchsarbeit investieren. Sie begeistern junge Menschen für Verantwortung, Gemeinschaft und Dienst am Nächsten. Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert und entscheidet mit darüber, ob unser Bevölkerungsschutz auch in zehn oder zwanzig Jahren noch so leistungsfähig ist wie heute“, so der Sauerländer Bundestagsabgeordnete und Bundeskanzler Merz abschließend.