
Mehrere teils schwere Wald- und Vegetationsbrände haben die Feuerwehren im Hochsauerlandkreis in den vergangenen Tagen stark gefordert. Unter anderem in Olsberg-Bigge, Winterberg-Siedlinghausen, Sundern-Stemel und zuletzt bei Marsberg-Helminghausen waren innerhalb weniger Tage mehrere hundert Einsatzkräfte über viele Stunden im Einsatz. „Die vergangenen Tage haben unseren Einsatzkräften sehr viel abverlangt“, erklärt Kreisbrandmeister Bernd Krause. „Viele Kameradinnen und Kameraden waren über Stunden unter körperlich äußerst belastenden Bedingungen im Einsatz. Hinzu kommt, dass sich die Einsätze innerhalb weniger Tage gehäuft haben und zahlreiche Kräfte mehrfach gefordert waren.“
Waldbrände für Feuerwehr besonders anspruchsvoll
Wald- und Vegetationsbrände stellen die Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Schwer zugängliches und teilweise steiles Gelände, hohe Temperaturen, wechselnde Windverhältnisse sowie große Entfernungen bei der Löschwasserversorgung erschweren die Brandbekämpfung. Hinzu kommt die aufwendige Suche nach Glutnestern, die sich teilweise tief im Boden befinden und auch nach dem Ablöschen der offenen Flammen immer wieder aufflammen können. Die Einsätze der vergangenen Tage machten zugleich deutlich, dass Großschadenslagen weit mehr erfordern als die eigentliche Brandbekämpfung. Wenn über viele Stunden oder sogar mehrere Tage eine große Zahl von Einsatzkräften eingesetzt wird, müssen Ablösungen organisiert, Verpflegung und Logistik sichergestellt, zusätzliche Fahrzeuge und Sondertechnik angefordert und Einsatzabschnitte koordiniert werden. Besonders herausfordernd war, dass zeitweise mehrere größere Einsatzlagen nahezu parallel bewältigt werden mussten, so ein Sprecher des Feuerwehrverbandes im HSK. Deswegen hat auch der Stab für Sonderlagen und die Einsatzleitung des Hochsauerlandkreises die örtlichen Einsatzleitungen unterstützt, überörtliche Kräfte koordiniert und die notwendigen Ressourcen für die verschiedenen Einsatzstellen abgestimmt.
„Eine solche Lage lässt sich nur bewältigen, wenn viele Zahnräder ineinandergreifen“, betont Krause. „Neben den Einsatzkräften unmittelbar an der Brandstelle leisten die Führungsstäbe, Leitstellen, Logistik- und Versorgungseinheiten sowie viele weitere Helfer im Hintergrund eine enorme Arbeit.“
Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren muss auch während lang andauernder Einsätze im gesamten Kreisgebiet aufrechterhalten werden. Dies erfordert eine vorausschauende Kräfteplanung und rechtzeitige Ablösungen. Die große Mehrheit der Einsatzkräfte der Feuerwehren im HSK arbeitet ehrenamtlich. Viele verlassen für einen Einsatz kurzfristig ihren Arbeitsplatz, ihre Familien oder ihre Freizeit.
Dank an alle Beteiligten
Der Feuerwehrverband im Hochsauerlandkreis dankt allen Feuerwehrangehörigen aus den Städten und Gemeinden des Hochsauerlandkreises sowie den überörtlich und teilweise aus anderen Teilen Nordrhein-Westfalens und Hessens angereisten Feuerwehrkräften, die die örtlichen Einheiten unterstützt und abgelöst haben. Der Dank des Verbandes gilt ebenso dem Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz, Malteser, der Polizei und allen weiteren beteiligten Hilfs- und Unterstützungskräften. Eine wichtige Rolle spielten erneut auch Landwirte, Forstunternehmen und weitere private Helfer, die beispielsweise mit Maschinen, Fahrzeugen und Wassertransporten die Einsatzmaßnahmen unterstützten, heißt es. „Gerade bei großen Waldbränden zeigt sich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Behörden, Landwirtschaft, Forst und vielen weiteren Beteiligten ist. Diese Unterstützung ist keineswegs selbstverständlich und verdient unseren ausdrücklichen Dank“, so Krause. Besonders erfreulich sei zudem die große Unterstützung aus der Bevölkerung gewesen. Einsatzkräfte wurden mit Getränken und Verpflegung versorgt, vielerorts gab es spontane Hilfsangebote und über soziale Medien erreichten die Feuerwehren zahlreiche Dankesbotschaften.
„Diese Wertschätzung kommt bei unseren Einsatzkräften an. Gerade nach vielen anstrengenden Stunden sind solche Gesten eine zusätzliche Motivation und zeigen, welchen Rückhalt die Feuerwehren in der Bevölkerung genießen“, erklärt der Kreisbrandmeister.
An Regeln halten um Waldbrand zu verhindern
Die Bevölkerung wird gebeten, sich weiterhin umsichtig zu verhalten, auch wenn für die kommenden Tage Abkühlung und Regen vorhergesagt sind. Offenes Feuer und Rauchen im Wald und in Waldnähe sollten unterbleiben. Zufahrten zu Waldgebieten sowie Forst- und Rettungswege sind jederzeit freizuhalten. Wer Rauch oder einen möglichen Brand bemerkt, sollte nicht zögern und frühzeitig den Notruf 112 wählen. Eine schnelle Meldung kann entscheidend dazu beitragen, einen Entstehungsbrand zu bekämpfen, bevor sich daraus ein großflächiger Waldbrand entwickelt. "Wir bitten die Bevölkerung weiterhin um große Vorsicht. Jeder verhinderte Brand ist momentan die beste Unterstützung für unsere Einsatzkräfte“, so Krause abschließend.