Nach Shut-Down: Touristen wieder in Hotels

Nach zwei Monaten Corona-Shut-Down dürfen Sauerländer Hotels wieder Touristen beherbergen

© Romantik Berghotel Astenkrone

Ab heute dürfen wieder Touristen in den Sauerländer Hotels übernachten. Dabei müssen die Hoteliers auch die Corona-Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Dafür muss der Hotelbetrieb völlig neu organisiert werden.

Buffets verboten

Das gewohnte Frühstücksbuffet wird es nicht mehr geben. Das Frühstück wird am Tisch oder auf dem Zimmer serviert. Um das möglich zu machen, muss vieles digitalisiert werden. Der Gast muss zum Beispiel im Waldhaus Föckinghausen in Bestwig zu Beginn einen QR-Code scannen. "Ältere Gäste, die nicht so gut mit der neuen Technik umgehen können, bekommen vielleicht ein Blatt mit der Karte in die Hand gedrückt", sagt Chef Antonius Knippschild. Vieles müsse sich erst einspielen. Am Wochenende hat das Team im Waldhaus die Abläufe ausprobiert.

Das Romantik Berghotel Astenkrone in Winterberg hatte in der vergangenen Woche schon Gäste in zwei Ferienwohnungen. "Sie waren sozusagen die Versuchskaninchen", erzählt Jörg Templin, Chef des Romantik Berghotels Astenkrone in Winterberg. Auch er musste wegen der Corona-Verordnungen die Abläufe in seinem Betrieb komplett umkrempeln. Um das Frühstück für die Tische vorzubereiten, müssen die Mitarbeiter früher anfangen. Es wird in zwei Schichten gearbeitet, die sich nicht begegnen dürfen.



Wegen der Corona-Auflagen läuft vieles über das Smartphone. Beispiel: Romantik Berghotel Astenkrone in Winterberg© Romantik Berghotel Astenkrone
Wegen der Corona-Auflagen läuft vieles über das Smartphone. Beispiel: Romantik Berghotel Astenkrone in Winterberg
© Romantik Berghotel Astenkrone
Gäste müssen ihr Essen vor dem Restaurantbesuch bestellen© Romantik Berghotel Astenkrone
Gäste müssen ihr Essen vor dem Restaurantbesuch bestellen
© Romantik Berghotel Astenkrone

Gäste bei Buchungen zurückhaltend

Vor dem Corona-Shut-Down vor rund drei Monaten waren viele Hotels über das lange Himmelfahrts-Wochenende ausgebucht. Dann kamen die Stornierungen. Wie im Hotel Jagdhaus Wiese in Schmallenberg. Aktuell liege die Auslastung nur bei knapp über 50 Prozent, so Empfangschef Jürgen Winkelmann. Auf Dauer zu wenig, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Manche Gäste würden den Zimmerpreis noch runterhandeln wollen, weil zur Zeit der Wellnessbereich noch geschlossen bleiben muss. Wie auch in anderen Hotels fährt im Hotel Jagdhaus Wiese der Betrieb nur langsam hoch. Alle Azubis sind im Einsatz, in inhabergeführten Hotels stemmen die Familien die Arbeit. Mitarbeiter bleiben vorerst in Kurzarbeit.

Das ist auch im Hotel Von Korff in Meschede so. Chefin Antje von Korff hält mit ihrem Mann Dirk und den Azubis den Betrieb am Laufen. Viele Radler-Gruppen hatten für den Mai in ihrem Hotel gebucht. Die meisten hätten storniert, so von Korff. Sie hofft, dass sich Touristen doch noch kurzfristig für eine Reise ins Sauerland entscheiden.

Darauf hofft auch der Chef des Landgasthofs Hoffmann in Arnsberg-Rumeck, Maximilian Hoffmann. Von den wenigen Geschäftsleuten und Bauarbeitern, die seit dem 11.Mai wieder in seinem Gasthof übernachten, könnensein Betrieb nicht leben. Besonders hart hat den Gasthof auch das Verbot von Familienfeiern getroffen.


Übernachtungen teurer?

Für die Hotels und Gasthofe im Sauerland bedeutet das Umsetzen der Corona-Verordnung einen größeren Aufwand und damit auch höhere Kosten. Ob diese Kosten sofort auf die den Zimmerpreis umgelegt werden, da gehen die Meinungen auseinander. In Winterberg seien sich die Hoteliers einig gewesen, einen Aufschlag auf den normalen Preis zu nehmen, so Jörg Templin vom Romantik Berghotel Astenkrone. Die werde auch offen kommuniziert. Templin hofft, durch das Tischfrühstück Geld einzusparen. "Bei einem Büffet bleibt viel Essen übrig, jetzt brauchen wir nicht mehr so viele Lebensmittel wegwerfen".

Trotz Mehraufwand und aktuell nicht so guter Buchungslage: Die Hoteliers quer durchs Sauerland sind sich einig, dass es wieder losgehen muss.


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