
Im Hochsauerlandkreis beginnt die Motorradsaison. Bereits im Februar lockten erste milde Tage Motorradfahrer wieder auf die Straßen, so die Polizei. Sie sagt, gerade nach der Winterpause braucht es Zeit, um wieder ein Gefühl für das Motorrad zu entwickeln. Fahr- und Sicherheitstrainings könnten helfen, Routine und Sicherheit zurückzugewinnen. Denn mit dem Start der Saison steige auch das Unfallrisiko. Bei Verkehrsunfällen wurden im Kreisgebiet am vergangenen Wochenende bereits 3 Fahrer zum Teil schwer verletzt.
Rückblick
2025 gab es im HSK 153 Motorradunfälle, so die Polizei. Dabei wurden 151 Menschen verletzt, drei Motorradfahrer kamen ums Leben. Bei drei Viertel der Unfälle waren die Motorradfahrer die Unfallverursacher. Jeder zweite Unfall ging dabei auf überhöhte Geschwindigkeit zurück. Ca. zwei Drittel der verunglückten Motorradfahrer stammen nicht aus dem HSK, heißt es. Häufig würden sowohl die lange Anfahrt als auch die anspruchsvollen Strecken unterschätzt. Es sei überlebenswichtig, die eigene Geschwindigkeit realistisch einzuschätzen und die Maschine sicher zu beherrschen. Regelmäßige Pausen sind dabei kein Luxus, sondern notwendig, so der Rat der Polizei.
Besonders unfallträchtig sind bekannte Strecken wie die L 544 bei Arnsberg-Ainkhausen, die L 687 am Sorpesee, die L 839 an der Hellefelder Höhe, die L 637 zwischen der B 7 bei Madfeld und der B 480, die L 549 (Fürstenberger Straße) sowie die L 870 zwischen Bredelar und Giershagen.
Durch passende und vollständige Schutzausrüstung lässt sich das Risiko schwerer Verletzungen jedoch deutlich reduzieren, so die Polizei.
Motorradfahren ist Kopfsache, so die Polizei: Unterschätze ich die Strecke? Überschätze ich meine Fähigkeiten? Letztlich trage jeder Fahrer Verantwortung – in erster Linie für sich selbst.
Auch Autofahrer müssten sich nach der Winterzeit wieder an Motorräder im Straßenverkehr gewöhnen. Deren Geschwindigkeit sei oft schwer einzuschätzen, zudem würden sie auf kurvigen Landstraßen leicht übersehen.
Ziel der Polizei
„Unser Ziel ist klar: weniger Unfälle und mehr Sicherheit auf unseren Straßen, denn jeder Verletzte und jeder Tote ist einer zu viel“, so Direktionsleiter Verkehr Victor Ocansey. „Deshalb werden wir auch weiterhin verstärkt Motorradontrollen durchführen. Das Sauerland heißt verantwortungsbewusste Motorradfahrende, die unsere Strecken und Landschaften genießen möchten, herzlich willkommen – doch für Raser, Drängler und Lärmmacher gibt es bei uns keinen Platz. Fehlverhalten wird durch die Polizei konsequent geahndet und das kann teuer werden. Fahren Sie also vorausschauend, erfreuen Sie sich an unserem wunderschönen Sauerland und kommen Sie stets sicher an.“