
Beschwerden aus der Bevölkerung über zu schnelle und teilweise rücksichtslose Fahrten mit Kleinkrafträdern hat die Polizei in Schmallenberg zum Anlass für verstärkte Kontrollen genommen. Auch Hinweise auf unerlaubte Fahrten mit Enduros abseits öffentlicher Straßen werden dabei berücksichtigt, heißt es. Die Polizeiwache Schmallenberg hat deshalb getunte Kleinkrafträder aktuell verstärkt im Blick und setzt dabei unter anderem einen Rollenprüfstand des Verkehrsdienstes ein.
Mehrere getunte Mofas auf dem Prüfstand
Bei mehreren Kontrollen in den vergangenen Tagen hat die Polizei Mofas gefunden, deren auf dem Prüfstand ermittelte Geschwindigkeit deutlich über der zulässigen bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h lag.
Am Freitagmorgen haben Polizisten auf der K31 zwischen Wormbach und Schmallenberg einen 15-Jährigen kontrolliert. Bereits beim Hinterherfahren entstand bei den Beamten der Eindruck, dass sein Kleinkraftrad deutlich schneller als erlaubt unterwegs war. Drei Messungen auf dem Rollenprüfstand ergaben jeweils einen Wert von rund 74 km/h. Das Fahrzeug war jedoch lediglich für eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h zugelassen. Der Jugendliche hatte nur einen Führerschein der Klasse AM. Die Polizei hat deswegen unter anderem ein Strafverfahren wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Auch ein möglicher Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz wird geprüft. Die Weiterfahrt wurde untersagt.
Nur wenige Stunden später haben die Beamten eine 16-Jährige auf der L776 zwischen Rimberg und Bad Fredeburg kontrolliert. Auch ihr Kleinkraftrad war zuvor durch eine deutlich erhöhte Geschwindigkeit aufgefallen. Auf dem Prüfstand wurden Werte zwischen rund 74 und 75 km/h erreicht. Die Weiterfahrt wurde ebenfalls untersagt und die Erziehungsberechtigte informiert.
Am Sonntag kontrollierten die Beamten schließlich einen 17-Jährigen in Schmallenberg. Sein Kleinkraftrad erreichte bei drei Prüfungen rund 69 bis 70 km/h. Auch hier untersagte die Polizei die Weiterfahrt und informierte die Erziehungsberechtigte.
So funktioniert der Rollenprüfstand
Mit dem Rollenprüfstand können die Beamten überprüfen, welche Geschwindigkeit ein Kleinkraftrad technisch erreichen kann. Dazu wird das Hinterrad des Fahrzeugs auf zwei Rollen gestellt und das Fahrzeug gesichert. Anschließend wird im höchsten Gang beschleunigt. Ein Messgerät erfasst die Umdrehungen der Rollen; daraus lässt sich anhand festgelegter Werte die erreichte Geschwindigkeit bestimmen. Bei den Kontrollen wurden jeweils drei Messungen durchgeführt. Wichtig: Der Prüfstand bildet eine Fahrt auf der Straße nicht eins zu eins ab. Insbesondere der Luftwiderstand fehlt. Das Ergebnis dient deshalb nicht dazu, eine zuvor tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit festzustellen. Es zeigt, ob das Fahrzeug technisch in der Lage ist, deutlich schneller zu fahren als die für das Kleinkraftrad zulässigen 45 km/h. Genau das war bei den kontrollierten Fahrzeugen der Fall, so die Polizei.