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Möhnesee: Heve fast ausgetrocknet
© Wald und Holz NRW
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Möhnesee: Heve fast ausgetrocknet

Die Hitzewelle der letzten Wochen hatte Folgen, zum Beispiel für Fische in den Sauerländer Gewässern. Unter anderem betroffen: Der Bach Heve am Möhnesee.

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Normalerweise fließt die Heve zunächst in den Hevesee und dann in die Möhnetalsperre, mit reichlich Strömung. Die Fische, die sich in dem renaturierten Bach tummeln, sind an strömendes Wasser angepasst und meiden stille Gewässer wie etwa Teiche oder Tümpel. Doch aktuell ist der Bach nicht so, wie ihn Fische und Besucher normalerweise vorfinden. Die Heve, die sonst über Kies und Steinstufen ins Tal strömt, führt trotz des Regens, der Anfang der Woche eingesetzt hat, noch immer sehr wenig Wasser.

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Artenvielfalt in der Heve gefährdet

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Zwischen 2009 und 2014 wurde im Rahmen des EU-LIFE-Natur-Projekts „Bachtäler im Arnsberger Wald“ eine Renaturierung der Heve und der Großen Schmalenau im Arnsberger Wald bei Möhnesee durchgeführt. Das Projekt hatte damals darauf abgezielt, begradigte Bachläufe zu revitalisieren und Auen wieder zu vernässen. Viele verschiedene Fischarten sind daraufhin in die Heve zurückgekehrt. Entsprechend groß war die Befürchtung seitens Wald und Holz NRW, dass diese Vielfalt durch den niedrigen Wasserstand des Baches gefährdet werden könnte. Denn zwischen den lückigen Steinriegeln im Unterlauf, durch welche die Fische hindurchschwimmen können, sammelte sich das Wasser nur noch in einzelnen, mal größeren, mal kleineren Gumpen. Am 12. August haben sich Experten von Wald und Holz NRW gemeinsam mit dem Ruhrverband, dem Kreis Soest und der Biostation Soest getroffen, um die Situation zu überprüfen.

„Wir beobachten mit Sorge, wie die Heve aktuell aussieht. Da wir hier ein Naturschutzgebiet haben, in dem sich viele seltene Fischarten angesiedelt haben, war es uns wichtig, mal zu schauen, wie es denen geht – und sie dann notfalls auch umzusiedeln“, erklärt Olaf Ikenmeyer, Forstamtsleiter im Regionalforstamt Arnsberger Wald. Gemeint sind Schmerlen, Quappen, Groppen und vielleicht sogar Bachforellen, die sich normalerweise in der Heve tummeln. Bernd Stemmer, pensionierter Fischereidezernent der Bezirksregierung hat an diesem Tag in der Heve in Möhnesee-Neuhaus eine „schöne Artenvielfalt“ finden können. In seinem Kescher fing der Elektrofischer einige Gründlinge und Groppen, Schmerlen und Döbel. Nur Forellen waren nicht anzutreffen.

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Sauerstoffgehalt zunächst noch ausreichend

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Die Gumpen, die letzten Wasseransammlungen in den Vertiefungen der Heve, geben zunächst gar nicht so ein katastrophales Bild ab wie vermutet. „Da im Kieslückensystem auch bei Trockenheit noch Wasser unterirdisch fließt, werden die Fische in den tiefen Gumpen mit kühlem Wasser versorgt. Hier können wir die Fische erstmal lassen“, so Stemmer. Nur aus den ganz kleinen, flachen Gumpen holt er die Tiere gemeinsam mit Leon König, Fischereimeister beim Ruhrverband, schon einmal heraus. Zu groß ist die Gefahr, dass diese bei steigenden Temperaturen komplett austrocknen oder der Sauerstoffgehalt zu niedrig wird, so Wald und Holz.

Damit die Experten eine Verschlechterung der Situation nicht verpassen, überprüfte Lars Brackwehr, ebenfalls Fischereimeister beim Ruhrverband, vorsorglich den Sauerstoffgehalt in den Gumpen. In den meisten konnte er vergangene Woche noch rund 6,4 Milligramm je Liter messen – ein Wert, der noch recht nah an einem typischen Wert von 7 bis 8 Milligramm liegt. „Ab 3 Milligramm würde es für sensible Arten wie die Koppe oder die Forelle kritisch“, so Brackwehr.

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Hitzewochenende für Fische besonders kritisch

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Wie sich die Situation über das Wochenende entwickelt hat, wurde von Michael Rehkemper vom Kreis Soest immer wieder überprüft. Das Ergebnis: Tatsächlich sank der Sauerstoffgehalt während des heißen Augustwochenendes (15./16.08.26) dramatisch ab, während die Temperatur in den Gumpen kontinuierlich auf über 16 °C stieg. Erst der einsetzende Regen am Montag brachte Erleichterung. Rehkemper: „Die Situation dürfte für die Fische grenzwertig gewesen sein.“ Markus Kühlmann vom Ruhrverband erläutert: „Wassertemperaturen zwischen 18 °C und 20 °C sind für Fischarten wie Koppen und Bachforellen bereits kritisch. So hohe Temperaturen können für diese Arten letal werden.“ Vor einer erneuten Fischrettung bewahrte also nur der Regen, der am Montag den Pegel um rund einen Zentimeter ansteigen ließ. Bei anhaltendem Regen sollte sich, so die Erwartung des Experten, die Lage weiter entspannen.

Solche Trockenperioden könnten infolge des Klimawandels zukünftig voraussichtlich häufiger und länger auftreten. Nicht nur den Wald, sondern auch die Resilienz der Gewässer gegenüber solchen Extremereignissen zu stärken, wird daher immer wichtiger, so Wald und Holz NRW.

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