
Begradigte Flüsse wieder naturnäher gestalten: Daran wird im Hochsauerlandkreis seit Jahren gearbeitet. Allein in Arnsberg sind zwischen 2003 und 2019 rund 15,5 Kilometer der Ruhr renaturiert worden. Ein neues Vorhaben gibt es oberhalb des Möhnesees. Der Ruhrverband will ab September 2027 einen 460 Meter langen Abschnitt der Möhne bei Möhnesee-Völlinghausen umgestalten.
Zwischen der Brücke „Zum Wildpark“ und dem Zufluss zur Talsperre verläuft die Möhne seit Anfang der 1980er-Jahre weitgehend gerade durch ein tiefes, mit Steinen befestigtes Bett. Teile der Uferbefestigung müssen inzwischen instand gesetzt werden. Der Ruhrverband will den Abschnitt deshalb nicht erneut in seiner bisherigen Form befestigen, sondern den Fluss in seine ursprüngliche Aue zurückverlegen. Historische Karten und eine Geländemulde zeigen, wo die Möhne früher in Bögen verlief.
Der neue Flusslauf soll breiter und flacher werden. So können unter anderem Kies- und Schotterflächen, tiefere Stellen und unterschiedlich schnell fließende Bereiche entstehen. Diese fehlen bislang; der Zustand der Fische und der kleinen wirbellosen Wassertiere wird in diesem Abschnitt als „unbefriedigend“ bewertet.
Arbeiten sollen Ende 2027 abgeschlossen sein
Die Arbeiten sollen voraussichtlich im September 2027 beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Zunächst wird das neue Flussbett ausgehoben. Anschließend soll das bisherige Bett verfüllt werden. Die Entwässerung des angrenzenden Wohngebiets soll dabei über einen Graben erhalten bleiben. Weil die Möhneaue zu europäischen Schutzgebieten gehört, müssen die Bauarbeiten außerhalb der Schutzzeit brütender Vögel stattfinden.
Von Bestwig bis Arnsberg: Mehr Raum für Flüsse und Bäche
Auch im Hochsauerlandkreis gibt es zahlreiche Beispiele für Renaturierung an der Ruhr und ihren Zuflüssen. In Bestwig laufen seit 2006 entsprechende Maßnahmen, unter anderem bei Velmede und an der Valme in Ramsbeck. In Arnsberg wurde zuletzt an der Ruhr in Oeventrop unter der Dinscheder Brücke und am Baumbach am Berliner Platz in Hüsten gearbeitet. Eine weitere Maßnahme an der Ruhr auf Höhe des Arnsberger Viadukts ist in Planung.
Das Ziel solcher Arbeiten: Flüsse und Bäche sollen nicht nur durch ein festgelegtes Bett fließen, sondern wieder mehr Raum für unterschiedliche Lebensräume bieten. Auch Hochwasserschutz und Naherholung spielen eine Rolle.