
Der Streik betrifft unter anderem auch die sogenannten Tunnelleitzentralen. Diese sind für die Sicherheit innerhalb eines Tunnels zuständig. Wenn die Leitzentrale nicht besetzt ist, muss die Sicherheit entweder manuell vor Ort überwacht oder der Tunnel proaktiv gesperrt werden. Autobahntunnel sind aber ausdrücklich von dieser Streikrunde ausgeschlossen, so ein Sprecher von ver.di. Daher ist die A46 nicht von dem morgigen Streik betroffen. Anders sieht es allerdings auf den Bundesstraßen bei uns aus. "Ob und welche Tunnel auf Sauerländer Bundesstraßen betroffen sind, können wir nicht abschätzen. Tunnelsperrung sind aber durchaus möglich", so Bastian Lindenbauer, Pressesprecher bei ver.di.
Im Rahmen der Tarifverhandlungen mit der Autobahn GmbH des Bundes und dem öffentlichen Dienst der Länder sind Warnstreiks und Protestaktionen geplant. Ziel ist es, die Forderungen der Beschäftigten nach besseren Arbeitsbedingungen und höheren Gehältern zu unterstreichen. Betroffen sind Beschäftigte der Autobahn GmbH des Bundes sowie der Landesstraßenbauverwaltungen. Ver.di fordert eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent pro Monat, mindestens jedoch 300 Euro, um insbesondere die unteren Lohngruppen zu stärken. Auch die Vergütung für Nachwuchskräfte soll verbessert werden. Zusätzlich gibt es branchenspezifische Forderungen. Die Tarifverhandlungen verlaufen bislang ohne nennenswerte Fortschritte. Während die Autobahn GmbH bisher kein Angebot vorgelegt hat, bewertet ver.di die Vorschläge der Tarifgemeinschaft deutscher Länder als unzureichend und unkonkret. Laut ver.di sei eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen notwendig, um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen.
Aktionen und mögliche Auswirkungen
Die Warnstreiks umfassen Arbeitsniederlegungen, Protestaktionen und Kundgebungen an insgesamt 18 Standorten bundesweit. In Nordrhein-Westfalen sind unter anderem Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH sowie Straßenmeistereien und Verkehrs- und Tunnelleitzentralen betroffen. Morgen am Nachmittag sollen alle 28 Landestunnel in Nordrhein-Westfalen bestreikt werden. Dies könnte zu erheblichen Verkehrseinschränkungen führen. Für Notfälle wurden Notdienste eingerichtet, um die Versorgung sicherzustellen.