
Die Städte und Gemeinden im Sauerland sind dabei ihre Wälder wiederaufzuforsten. Damit das dauerhaft gelingt, wird ein Mischwald gepflanzt, der das zunehmend wärmere und trockene Wetter besser aushalten kann.
Auch die Stadt Hallenberg steht angesichts der Borkenkäferkalamität als größte Waldeigentümerin der Region vor der Aufgabe, die von Fichten dominierten Wälder in stabile, strukturreiche Mischbestände zu verwandeln. Dazu sind angepasste Wildbestände erforderlich, die eine artenreiche Waldentwicklung ermöglichen. Im Rahmen dieses Vorhabens will die Stadt auf kommunalen Flächen Drohnen mit Wärmebild- und Zoomkameras einsetzen. Sie sollen ermitteln, wie viel Wild in den Hallenberger Wäldern unterwegs ist.
Infoveranstaltung
Heute um 17 Uhr informiert die Stadt Hallenberg im Infozentrum Kump über "Jagdliches Wildtier-Monitoring durch Drohnen-Befliegung". Diese Veranstaltung richtet sich an Jagdgenossenschaften, Eigenjagdbesitzer, Jagdausübungsberechtigte, Hegegemeinschaften sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Hallenberg und Umgebung. Die Firma OGF, die mit der Durchführung beauftragt ist, informiert über Methodik, technische Umsetzung, rechtliche Grundlagen sowie über Erfahrungen aus vergleichbaren Projekten und steht für Fragen zur Verfügung.
Die Stadt Hallenberg weist darauf hin, dass die Aussagekraft eines Wildtier-Monitorings mit der Größe und dem räumlich-zeitlichen Zusammenhang der untersuchten Flächen steigt. „Wild kennt keine Eigentums- und Verwaltungsgrenzen, es ist uns ein Anliegen, sinnvolle Untersuchungseinheiten mit interessierten Grundstücksnachbarn zu bilden, um solide Monitoring-Ergebnisse zu erhalten.
Jagd spielt beim Aufbau von klimastabilen Wäldern große Rolle
Damit sich die neu angepflanzten Bäume entwickeln können, müssten die Wildbestände angepasst werden, so die Stadt Hallenberg. Zum Beispiel führt das bessere Nahrungsangebot auf den Freiflächen zur Häufung von Zwillingsgeburten beim Rehwild. Oder der fehlende Bewuchs als Sichtschutz bewirkt ein geändertes Raumnutzungsverhalten und Großrudelbildung beim Rotwild. Rehe fressen die zarten Triebe von jungen Bäumen besonders gerne. Der Bejagung kommt beim Aufbau klimastabiler Mischwälder eine entscheidende Schlüsselrolle zu, so die Stadt Hallenberg.