
Millionen für die Infrastruktur in Medebach
Gut 6 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität NRW gehen nach Medebach. Das Geld soll in Medebach wichtige Projekte möglich machen. Heute berät die Stadtvertretung über die Pläne.
Veröffentlicht: Donnerstag, 16.07.2026 11:32
Die Stadt Medebach kann mit 6.014.557,31 Euro aus dem NRW-Infrastrukturgesetz planen. Das Fördergeld soll in zentrale Projekte fließen, die für die Stadt in den kommenden Jahren besonders wichtig sind. Im Fokus stehen die Hansegrundschule, der Brandschutz, die Trinkwasserversorgung, die Sekundarschule und die Sportstätten. Der größte Investitionsposten ist die Hansegrundschule in Medebach. Für sie sind 2,275 Millionen Euro vorgesehen. Grund ist der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Geplant ist ein neues, drittes Gebäude. Dazu kommen spätere Anpassungen an den bestehenden Gebäuden. Die erste Kostenschätzung für diese Baumaßnahmen liegt bei rund 9 Millionen Euro. Der Plan: Zuerst soll das neue Gebäude errichtet werden, erst danach sollen die älteren Gebäudeteile folgen. So wird der Schulbetrieb weniger beeinträchtigt, heißt es aus Medebach.
Geld für Feuerwehr, Trinkwasserversorgung und Co.
Auch beim Brandschutz will die Stadt 2,275 Millionen Euro des Fördergeldes investieren. Schon jetzt ist absehbar, dass allein für neue Feuerwehrfahrzeuge, Schutzkleidung und wichtige Ausrüstung rund 2 Millionen Euro fällig werden könnten, so die Stadt. Hinzu kommen bauliche Maßnahmen an mehreren Feuerwehrhäusern. Betroffen davon sind nach jetzigem Stand Medebach, Medelon, Küstelberg, Referinghausen und Dreislar.
550.000 Euro sollen laut Plan in die Trinkwasserversorgung fließen. Geplant ist die Sanierung eines Trinkwasserhochbehälters. Die Stadt prüft, ob die Fördermittel an die Stadtwerke Medebach weitergeleitet werden können. Denn auch dort stehen in den nächsten Jahren hohe Investitionen an, heißt es.
Für die Sekundarschule Medebach sind 500.000 Euro eingeplant. Das Gebäude ist laut Verwaltung insgesamt in gutem Zustand. In den vergangenen Jahren wurde dort bereits viel gemacht, heißt es. Trotzdem sieht die Stadt weiteren Bedarf. Vor allem die Aula und einzelne Fachräume sollen langfristig modernisiert werden. Im Gespräch ist auch ein Technikzentrum als mögliches Kooperationsprojekt.
400.000 Euro sollen in die kommunalen Sportstätten investiert werden. Im Mittelpunkt steht vor allem der Kunstrasenplatz in Medebach. Er wird seit 2011 stark genutzt und zeigt inzwischen deutliche Verschleißspuren, so die Verwaltung. Die Stadt will die Sanierung möglichst gemeinsam mit dem TuS Medebach stemmen. Zunächst sollen andere Förderprogramme genutzt werden. Weil diese oft überzeichnet sind, soll vorsorglich Geld aus dem Sondervermögen eingeplant werden. Spätestens 2029 könnte die Erneuerung dann anstehen, heißt es.
Die finanziellen Spielräume werden trotz der Millionen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität insgesamt kleiner, so die Stadt Medebach. Gründe seien steigende Umlagen, wachsende gesetzliche Anforderungen und mögliche Rückgänge bei den Einnahmen, etwa bei der Gewerbesteuer.
Auch andere Sauerländer Kommunen kriegen Geld
Knapp 178 Millionen Euro gehen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität an Sauerländer Kommunen und den Hochsauerlandkreis. Das hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Montag in seinem Sommergespräch in Meschede bestätigt. Mit dem Geld sollen wichtige Infrastrukturprojekte vor Ort angegangen werden. Mit rund 35,6 Millionen Euro geht das meiste Geld an den Hochsauerlandkreis, dicht gefolgt von Arnsberg (33,2 Mio.). Hier findet ihr im Detail die genauen Fördersummen für eure Stadt/Gemeinde:
- Arnsberg: 33.184.398,93 €
- Bestwig: 5.345.298,37 €
- Brilon: 14.396.564,81 €
- Eslohe: 5.855.189,85 €
- Hallenberg: 3.142.854,66 €
- Marsberg: 11.549.432,06 €
- Medebach: 6.014.557,31 €
- Meschede: 15.634.350,41 €
- Olsberg: 7.990.232,22 €
- Schmallenberg: 16.257.194,47 €
- Sundern: 14.392.578,78 €
- Winterberg: 8.480.647,77 €
- Hochsauerlandkreis: 35.560.824,91 €
- Gesamt: 177.804.124,55 €
Die allgemeine Haushaltslage ist in vielen Sauerländer Kommunen aktuell angespannt. Die Stadt Marsberg hatte sich zuletzt eine Haushaltssperre aufgrund der finanziellen Lage auferlegt. Grund sind schwächere Einnahmen bei der Gewerbesteuer. Pflichtaufgaben und notwendige Ausgaben bleiben gesichert. Gespart werden soll in mehreren Bereichen der Verwaltung. Wenn sich die Lage bessert, kann die Sperre wieder gelockert werden, so die Stadt Marsberg.