
Überall im Kreis stehen Ärzte an der Schwelle zum Ruhestand, auch Chefärzte am St. Walburga Krankenhaus in Meschede. Der Standort steht deshalb nicht vor dem Aus, sondern vor einem geordneten Generationenwechsel, sagt das Klinikum Hochsauerland. Es werde daran gearbeitet die medizinischen Strukturen zukunftsfest und modern aufzustellen.
Generationenwechsel steht an
Der Generationenwechsel in Führungspositionen sei ein völlig normaler Vorgang in jedem Unternehmen, auch im Alexianer Klinikum Hochsauerland. Dadurch würde der Standort nicht gefährdet. Das St. Walburga-Krankenhaus ist und bleibt als zentral im Hochsauerlandkreis gelegener Grund- und Regelversorger unverzichtbar, so ein Sprecher des Klinikums. Der Standort sichere die regionale Notfallversorgung, insbesondere durch die Kardiologie und das zertifizierte regionale Traumazentrum.
Die Ergebnisse der Krankenhausplanung hätten diese Einschätzung ebenso bestätigt wie rund 10.000 Patientinnen und Patienten, die jährlich stationär versorgt werden. Wir planen hier nicht den Rückzug, sondern die Zukunft, heißt es.
Chefärzte vor der Schwelle zum Ruhestand
Dass Chefärzte das Rentenalter erreichten, sei ein natürlicher demografischer Prozess, auf den man sich frühzeitig vorbereiten könne. Eine Vakanz in der Führungsebene werde es nicht geben, so das Klinikum. Wir befinden uns hierzu bereits in konkreten Planungen und führen entsprechende Gespräche, so ein Sprecher. Die Strategie für die Nachfolge ruht dabei auf mehreren Säulen. Es gebe mehrere Optionen neben möglichen externen Nachbesetzungen:
Die Modernisierung von Führungsstrukturen: "Wir denken Medizin heute vernetzter. Dort wo es sinnvoll und notwendig ist, werden wir Abteilungen ggf. standortübergreifend führen. Das schafft Synergien und bündelt Expertise. In den Teams vor Ort gibt es hervorragend eingearbeitete Mitarbeiter, die die Kontinuität gewährleisten."
Flexibilität im Alter: "Das Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze bedeutet heute nicht mehr zwangsläufig das Ausscheiden aus dem Dienst. Wir bieten Modelle an, bei denen erfahrene Chefärzte auch über den Renteneintritt hinaus tätig sein können – eine Option, die gerade durch aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen für beide Seiten attraktiv ist."
Suche nach neuen Medizinern
Medizinisches Spitzenpersonal zu bekommen, sei bundesweit eine Herausforderung (insbesondere im ländlichen Raum). Das Alexianer Klinikum Hochsauerland habe aber heute eine Größe und ein so breites Versorgungsspektrum erreicht, das es für potenzielle Bewerber interessant sei und attraktive Rahmenbedingungen bieten könne.
U.a. mit Lebensqualität punkten
Junge, ambitionierte Chefärzte suchten heute oft nach größeren Gestaltungsmöglichkeiten, breiteren Verantwortungsbereichen und fächerübergreifender Zusammenarbeit in Zentrumsstrukturen. Durch Einbindung in die Alexianer Gruppe und die Führungsmodelle biete man genau diese Perspektive. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, große medizinische Einheiten zu steuern, statt nur eine kleine Abteilung zu verwalten. In Kombination mit der hohen Lebensqualität im Sauerland sei das ein starkes Argument im Wettbewerb um die besten Köpfe.
Veränderungen in der Kardiologie
Dr. med. Daniel Gießmann, seit 2011 Chefarzt der Klinik für Kardiologie am St. Walburga-Krankenhaus übernimmt ab Montag zusätzlich die
chefärztliche Leitung der Klinik für Kardiologie im Karolinen-Hospital.
Die beiden kardiologischen Kliniken des Alexianer Klinikum Hochsauerland an den Standorten in Hüsten und Meschede werden dann als eine gemeinsame, standortübergreifende Fachabteilung geführt.
Ziel der neuen Struktur sei es, die kardiologische Versorgung im HSK
langfristig zu sichern und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. Dazu gehöre insbesondere eine noch engere Vernetzung des kardiologischen Versorgungsangebotes beider Standorte, eine bessere Bündelung komplexer Behandlungen sowie eine erweiterte Notfall- und Rhythmologie-Versorgung für Patienten in der Region.
Für sie blieben die gewohnten Anlaufstellen in beiden Häusern
erhalten. Der Zugang zu allen kardiologischen Versorgungsangeboten sei standortübergreifend gewährleistet. Gleichzeitig profitierten sie künftig von einer noch engeren Zusammenarbeit der kardiologischen Teams und der gebündelten Expertise.
Dr. med. Dirk Böse, seit 2011 Chefarzt der Kardiologie im Karolinen-Hospital, verlässt das Klinikum zum Jahresende auf eigenen Wunsch, um sich privatärztlich niederzulassen.
