
Das vergangene Jahr ist für Meschede gut gelaufen. Die Stadt schließt das Haushaltsjahr 2024 mit einem Überschuss von knapp 40.000 Euro ab. Das geht aus dem Entwurf des Jahresabschlusses 2024 hervor, den Stadtkämmerer Jürgen Bartholme jetzt dem Mescheder Stadtrat zugeleitet hat.
„Unterm Strich“ fiel das Jahresergebnis damit gut 3,8 Mio. Euro besser aus als erwartet. Einer der wichtigsten Gründe: Wiederum sehr hohe Erträge bei der Gewerbesteuer. Knapp 20,3 Mio. Euro mehr als im Haushaltsansatz vorgesehen konnte die Stadt Meschede bei der Gewerbesteuer verbuchen – eine Steigerung um 38 Prozent gegenüber 2023. „Insgesamt war 2024 ein außerordentlich gutes Jahr“, stellte Stadtkämmerer Bartholme fest, „die Betriebe sind gut aufgestellt.“
Höhere Ausgaben
Die Ausgaben der Stadt Meschede sind im vergangenen Jahr gestiegen – um knapp 14,4 Mio. Wesentliche Posten hier: Mehrbelastungen bei der Kreisumlage und auch eine steigende Gewerbesteuerumlage – sie ist an die Höhe der Gewerbesteuererträge gekoppelt. Die sehr guten Jahresabschlüsse seit 2020 lassen auch die rechnerische Pro-KopfVerschuldung der Stadt Meschede auf dann 168 Euro sinken – im Jahr 2014, also vor zehn Jahren – lag dieser Wert noch bei 1.169 Euro. Zum Vergleich: Die Pro-Kopf-Verschuldung im HSK-Durchschnitt liegt derzeit bei 1.369 Euro, im Land NRW beträgt dieser Wert sogar 3.075 Euro.
In einem nächsten Schritt wird sich nun der Rechnungsprüfungsausschuss in seiner Sitzung am 8. Dezember mit dem Jahresabschluss befassen, bevor der Stadtrat am 11. Dezember den dann geprüften Jahresabschluss feststellen könnte.
Finanzielle Situation der Stadt Meschede wird sich verschlechtern
Die Stadt Meschede rechnet damit, dass sich ihre finanzielle Lage in den kommenden Jahren verschlechtern wird. Noch liegt die Ausgleichsrücklage bei gut 30,7 Mio. Euro. Sie dürfte im laufenden und ebenso in den kommenden Haushaltsjahren sofort in Anspruch genommen werden, um die dann anstehenden Fehlbeträge auszugleichen. Denn in den nächsten Jahren wird die Stadt Meschede – wie die allermeisten anderen NRW-Kommunen auch – finanziell deutlich rauer im Wind stehen als bislang. Schon für das laufende Haushaltsjahr 2025 prognostiziert Jürgen Bartholme ein Defizit von rund 5,7 Mio. Die Rekord-Erträge bei der Gewerbesteuer gehören – nach aktueller Prognose - vorerst der Vergangenheit an. Für das Jahr 2025 erwartet Jürgen Bartholme Gewerbesteuer-Erträge von 33 Mio. Euro – die damit knapp 1,2 Mio. Euro unter dem Plan-Ansatz von 34,2 Mio. Euro bleiben.
Auch für die Haushaltsjahre bis 2029 – die so genannte mittelfristige Finanzplanung – erwartet Jürgen Bartholme negative Jahresergebnisse.