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Menschen mit Behinderung fordern Teilhabe
© Annika Recksiek, Grüne Arnsberg
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Menschen mit Behinderung fordern Teilhabe

Mit einem Protestmarsch und mehreren Info- und Mitmachständen wird in Meschede auf die Rechte von Menschen mit Behinderung aufmerksam gemacht. Die Aktion ist Teil des europaweiten Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.

Veröffentlicht: Freitag, 08.05.2026 04:00

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Los geht der Aktionstag am Freitag um 10 Uhr mit einem Protestmarsch vom Bahnhof durch die Mescheder Innenstadt. Ab 11 Uhr geht das Programm auf dem Platz an der Von-Stephan-Straße weiter. Dort sind Info- und Mitmachstände geplant, die auf Inklusion, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe aufmerksam machen sollen.

Die Veranstaltung ist Teil des europaweiten Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der vor mehr als 30 Jahren ins Leben gerufen wurde. In diesem Jahr steht der Tag unter dem Motto: „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“.

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Inklusion bleibt laut Organisatoren Dauerbaustelle

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Nach Einschätzung der Organisatoren hat sich in den vergangenen Jahrzehnten im Bereich Inklusion und Barrierefreiheit zwar einiges verbessert, dennoch bleibt Inklusion aus ihrer Sicht eine Daueraufgabe.

Ferdi Lenze, ehrenamtlicher Beauftragter für die Belange der Menschen mit Behinderung im Hochsauerlandkreis, macht deutlich, dass nicht der Rollstuhlfahrer das Problem sei, sondern oft die Umgebung. Das gelte ebenso für Menschen mit Sinnesbeeinträchtigungen. Hinzu kämen Barrieren in den Köpfen, die den Alltag vieler Betroffener zusätzlich erschwerten.

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Sorge vor Kürzungen und weniger politischer Aufmerksamkeit

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Die Veranstalter warnen davor, dass wichtige Themen wie Inklusion, Barrierefreiheit und Gleichberechtigung angesichts aktueller Krisen und geplanter Kürzungen im Sozialbereich aus dem Blick geraten könnten.

Dabei seien genau diese Punkte die Voraussetzung für eine gleichberechtigte und selbstbestimmte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen. Aus Sicht der Beteiligten sind sie außerdem unverzichtbar für eine vielfältige und zukunftsfähige Gesellschaft.

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Breites Aktionsbündnis trägt den Protesttag

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Organisiert werden der Protestmarsch und die Aktionen auf dem Platz von einem breiten Bündnis verschiedener Einrichtungen und Verbände. Dazu gehören unter anderem die Lebenshilfe Hochsauerlandkreis, das Sozialwerk St. Georg, die Sauerland-Hilfen gGmbH, die Caritasverbände Meschede, Arnsberg und Brilon, die Werkstatt EnsTec, die Behinderteninteressenvertretung der Stadt Meschede, die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung EUTB, der Hospizdienst Sternenweg sowie das Josefsheim Bigge.

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Rundgang in Alt-Arnsberg machte auf Barrieren aufmerksam

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Bereits in dieser Woche hatte es im Rahmen des Protesttags einen Rundgang durch Alt-Arnsberg gegeben. Dabei machten Teilnehmer auf bestehende Barrieren im Stadtbild aufmerksam und sensibilisierten für mehr gesellschaftliche Teilhabe. Veranstaltet wurde der Rundgang von den Arnsberger Grünen.

Im Mittelpunkt standen die Perspektiven von Menschen mit Behinderung. Sie benannten konkrete Hindernisse im öffentlichen Raum und zeigten gleichzeitig gelungene Beispiele für Barrierefreiheit auf. Der direkte Austausch vor Ort machte deutlich, mit welchen Herausforderungen Betroffene im Alltag konfrontiert sind und welche Lösungen möglich wären.

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Grüne Arnsberg wollen Hinweise weiter aufgreifen

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Die Arnsberger Grünen ziehen nach dem Rundgang eine positive Bilanz. Ortsverbandssprecherin Carina Röttger erklärte, die Beteiligung und die Offenheit im Austausch hätten gezeigt, dass Barrierefreiheit viele Lebensbereiche betreffe und Fortschritte nur gemeinsam erreicht werden könnten.

Auch Sprecherin Annika Recksiek betonte, wie wichtig es sei, die Stimmen von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen. Sie seien die Expertinnen und Experten in eigener Sache. Ihr Blick auf die Stadt sei unverzichtbar, wenn echte Teilhabe ermöglicht werden solle.

Nach Angaben des Ortsverbands bot der gemeinsame Ausklang Raum für weitere Gespräche, neue Ideen und konkrete Ansätze für politische Arbeit vor Ort. Die gesammelten Hinweise und Anregungen sollen in die weitere Arbeit einfließen.

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