Mehr verkaufsoffene Sonntage?

Landesregierung will im zweiten Halbjahr zusätzliche verkaufsoffene Sonntag ermöglichen. Sauerländer Einzelhändler reagieren überrascht.


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Sauerländer Einzelhändler reagieren überrascht und teilweise mit Unverständnis auf den Beschluss der Landesregierung, mehr verkaufsoffenen Sonntage zu erlauben. Wirtschaftsminister Pinkwart hat gestern angekündigt, dass Geschäfte im zweiten Halbjahr bis zu vier Mal zusätzlich an Sonntagen öffnen dürfen. Die Werbegemeinschaft "Aktives Neheim" will das Thema mit seinen Mitgliedern besprechen. Das werde der Vorstand nicht allein entscheiden, sagte Citymanager Conny Buchheister. Er glaube nicht daran, dass das umgesetzt werde, weil die Gewerkschaft ver.di schon Widerstand angekündigt hat.

Der Gewerbeverein Brilon begrüßt den Vorstoß der Landesregierung. Brilon werde das nutzen und seinen Kunden ein attraktives Angebot machen, hieß es heute.

Das Stadtmarketing Sundern sieht das Thema zurückhaltender. Wenn dafür eine Veranstaltung organisiert werden muss, dann sei das aktuell nicht machbar, hieß es.

Widerstand von ver.di

Die Gewerkschaft ver.di hat unterdessen angekündigt, verkaufsoffene Sonntage ohne Anlass also ohne eine Veranstaltung entschieden abzulehen und dagegen auch zu klagen. Minister Pinkwart hatte gesagt, dass der Beschluss des Landeskabinetts mit den Kirchen und Gewerkschaften abgestimmt sei. "Damitkönnten wegen der Corona-Beschränkungen ausgefallene verkaufsoffene Sonntag nachgeholt werden, sagte der Miniser. Mit dieser einmaligen Maßnahme sollten auch Verkaufsströme in den Herbstmonaten von den Samstagen auf Sonntag umgelenkt werden. Das sei für den Schutz vor dem Coronavirus gut.


Das Ladenschlussgesetz schreibt strenge Regeln für einen verkaufsoffenen Sonntag vor. Danach ist eine Sonntagsöffnung nur anlassbezogen also zum Beispiel in Verbindung mit einer großen Veranstaltung erlaubt. "Das ist aber in Zeiten von Corona untersagt, um die Bevölkerung zu schützen. Sonntagsöffnungen sind somit zurzeit weder sinnvoll noch gesetzlich möglich. Deshalb werden wir gegen diesen klaren Rechtsbruch auch juristishc vorgehen", erklärte Gabriel Schmidt, Landesbezirksleiterin ver.di NRW.

In vielen Sauerländer Städten waren im Herbst und in der Adventszeit verkaufsoffene Sonntag geplant. Ob diese jetzt stattfinden, ist noch offen.

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