
Polizei bittet um Hinweise
Berlin (dpa) - Mit zahlreichen Polizisten wird seit dem Morgen weiter nach einer 13-jährigen vermissten Schülerin aus Berlin-Marzahn gesucht. «Es bestehen weiterhin Anhaltspunkte für ein Verbrechen», sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft Michael Petzold der Deutschen Presse-Agentur.
Mehr als 140 Einsatzkräfte der Einsatzhundertschaft und der Mordkommission seien im Bereichen Marzahn-Hellersdorf unterwegs, sagte Polizeisprecher Florian Nath in einem Video auf X. «Wir werden heute auch noch einmal mehrere Anwohnerinnen und Anwohner befragen, wir hängen Plakate aus. Und wenn sie etwas gesehen oder gehört haben, melden Sie sich bitte bei unserem Hinweistelefon oder bei der Hinweis-Mailadresse des Landeskriminalamts Berlin.»
Mehrere Polizisten versammelten sich am Morgen in der Umgebung des Wohnhauses des Mädchens und begannen mit dem Verteilen des Zeugenaufrufs.
Die Berliner Polizei hatte am Freitag eine aufwendige Suche nach der 13-Jährigen gestartet. Laut Polizei verließ Lisa T. ihr Wohnhaus am Dienstag gegen 7.15 Uhr, um gegen 7.30 Uhr vom Barnimplatz zu ihrer Schule in der Sella-Hasse-Straße zu fahren. Doch dort kam sie nie an.
Hubschrauber und Spürhunde
Bei der Suche am Freitag überflog ein Hubschrauber das Wohngebiet mit zahlreichen Plattenbauten und Grünflächen dazwischen. Auch Spürhunde wurden für die Suche eingesetzt.
Die Mordkommission der Berliner Polizei bittet um Mithilfe. «Wer kann Angaben machen, wo sich Lisa aktuell befindet oder wer hat sie an diesem Tag auf dem Weg zur Schule gesehen?» Die Polizei hatte am Dienstag eine Mitteilung mit einem Foto zu dem Verschwinden mit dem Aufruf für Hinweise aus der Bevölkerung veröffentlicht. Lisa T. wurde als 1,60 bis 1,65 Meter groß und schlank beschrieben. Sie ist dem Foto zufolge asiatischstämmig und hat lange dunkle Haare. Bekleidet war sie demnach zuletzt mit einer schwarzen Winterjacke, einem grauen Oberteil, einer blauen Jeans, weißen Sneakern, und sie trug einen schwarzen Rucksack.
Erinnerung an Verschwinden der 15-jährigen Rebecca
Der Fall erinnert an das Verschwinden der 15-jährigen Rebecca aus dem Stadtteil Britz im Berliner Bezirk Neukölln im Februar 2019. Bis heute wurden weder sie noch ihre Leiche gefunden. Die Polizei hatte in Brandenburg Suchtrupps mit hunderten Beamten, Hunde, Hubschrauber, Drohnen, Bagger, Boote und Taucher eingesetzt. Handydaten sowie Hunderte von Hinweisen wurden von der Polizei ausgewertet, aber vergeblich.
Die Polizei verdächtigt den Mann von Rebeccas Schwester, sie getötet zu haben. Der Mann bestreitet das. Seine Verteidigung äußerte sich mehrfach auf Anfragen nicht.


