
Der Betreiber der einzigen Schiefergrube im Hochsauerlandkreis, die Firma Magog, will ihren Standort im Schmallenberger Ortsteil Bad Fredeburg erweitern und dort u.a. zwei neue Produktionshallen bauen, außerdem soll auch die Schieferabfallhalde vergrößert werden. Für die Erweiterung ist geplant, ein bisher am Rand des Firmengeländes stehendes Waldstück zu nutzen.
Thema im Bezirksausschuss
Am Mittwoch befasst sich der Bad Fredeburger Bezirksausschuss mit dem Thema, das bereits im April 2024 erstmals politisch diskutiert worden war. Nachdem verschiedene Behörden zu den Plänen Stellungnahmen abgegeben haben, sollen diese jetzt beschlossen und die entsprechenden Bebauungspläne geändert werden. Die Schmallenberger Stadtverwaltung empfiehlt dem Ausschuss, sich dafür auszusprechen. Sie erhofft sich durch die Erweiterung eine Stärkung der Wirtschaft in der Stadt und höhere Steuereinnahmen.
Anwohner fürchten Mehrbelastung und kritisieren Verwaltung
Anwohner wehren sich gegen die Erweiterungspläne. Sie sagen, die neu entstehenden Industrieflächen lägen zum Teil nur wenige Meter von privaten Gärten entfernt. Die Betroffenen befürchten etwa den Verlust von Natur- und Rückzugsflächen, mehr Belastung durch Lärm, Staub und zusätzlichen Verkehr sowie eine nachhaltige Veränderung des Ortsbildes und der Lebensqualität. Kritisiert wird zudem, die laut den Anwohnern einseitige Betrachtung des Themas durch die Stadt. Diese verlasse sich bei einem hoch sensiblen Nutzungskonflikt auffällig stark auf investorenseitig organisiertes Material, heißt es, das werfe Fragen nach der Unabhängigkeit des Verfahrens auf.
Suche nach Kompromiss
Die Anwohner fordern deshalb die Mitglieder der politischen Gremien dazu auf, den Plänen nicht zu entsprechen und stattdessen Alternativen zu entwickeln, die eine Erweiterung ermöglichen, ohne dass diese zulasten der Betroffenen ausfällt. Bereits seit März 2024 laufe dazu ein Mediationsverfahren zwischen Magog und der Anliegergemeinschaft, das bisher aber ohne Ergebnis geblieben sei.