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Mädchen hinter dem Schrank in Oelinghausen
Am 08.04. findet ein Vortrag statt
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Mädchen hinter dem Schrank in Oelinghausen

In Neheim wird heute Abend die Geschichte einer Jüdin erzählt, die die NS-Zeit hinter einem Schrank in Arnsberg-Oelinghausen überlebt hat

Veröffentlicht: Mittwoch, 08.04.2026 08:57

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Mutige Menschen hat es während der NS-Zeit auch im Sauerland gegeben. Von diesen Menschen mit Zivilcourage berichtet heute Abend ein Vortrag in der Neheimer Stadtbibliothek. Dort zeigt aktuell die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ das beeindruckende und tragische Leben der jungen Jüdin Anne Frank. Auch im Arnsberger Stadtteil Oelinghausen hat sich eine ähnliche Geschichte ereignet, die der Heimatforscher Bernhard Padberg nach jahrelanger Recherche erzählen möchte. Der Vortrag „Irmgard wohnt hinterm Schrank…! – Jüdische Familie 1944/45 in Oelinghausen versteckt“ läuft am Mittwoch, 8. April, um 18.30 Uhr in der Stadtbibliothek Neheim am Neheimer Markt. Der Eintritt ist frei.

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Ortsheimatpfleger von Holzen recherchiert jahrelang

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Bernhard Padberg ist Ortsheimatpfleger von Arnsberg-Holzen. Seit er vor 30 Jahren von dieser Geschichte gehört hat, hat sie ihn nicht mehr losgelassen. Er hat sich durch Archive gewühlt und auch Kontakt zu Nachkommen aufgenommen. heute hält er z.B. Kontakt zur Tochter von Irmgard Steffensmeier in den USA und auch zu Nachkommen der Gutsherrenfamilie Klauke, die geholfen hatte, die Frauen zu verstecken.

Um diese Geschichte geht es:

Heinrich und Hilda Steffensmeier haben in den 20er Jahren geheiratet. Sie haben 3 Töchter bekommen: Helga, Irmgard und Ingeborg. Von Berlin sind sie nach Essen gezogen, wo die Frauen der Familie untertauchen mussten. Die jüdische Mutter und ihre 3 Töchter haben sich vor den Nazis verborgen, um nicht deportiert zu werden. Von Essen sind die Frauen mit Hilfe eines groß angelegten Hilfsnetzwerkes ins Sauerland geflüchtet und haben dort auf dem Gelände des jetzigen Klosters Oelinghausen gelebt. Dort haben sie sich monatelang versteckt. teilweise lebten sie in einer kleinen Nische hinter einem Schrank oder in kleinen Räumen, die durch eine unsichtbare Tapetentür nicht zu erkennen waren. Ihr Leben war in dieser Zeit voller Angst, aber auch voller Hilfe durch Menschen, die sich selber in Lebensgefahr gebracht haben, um zu helfen. Trotzdem hat eine Tochter die Nazizeit nicht überlebt. Die Frauen hielten sich verborgen, bis am 13.04.1945 die Amerikaner kamen und sie befreit haben.

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