
„Trockenheit gepaart mit Hitze – das war die größte Herausforderung für die Landwirtschaft im Sauerland in diesem Jahr.“ Das sagt Wilhelm Kühn, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, zum Erntedank 2026. „Mit den ersten beiden Grasschnitten konnten wir das Winterfutter für unsere Rinder sichern und auch beim Getreide sind wir mit einem blauen Auge davongekommen,“ so die Bilanz. Die hohen Kosten für Energie und Betriebsmittel relativierten aber die Zufriedenheit der Bauern.
Agrarpolitik im Hochsauerlandkreis bedeute heute vor allem auch:
Wie gehen wir mit unserer Fläche um? Wie schaffen wir den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien, ohne unsere landwirtschaftlichen Strukturen zu zerstören? Wie verbinden wir Naturschutz und Landwirtschaft miteinander? Und wie schaffen wir es, dass diejenigen, die unsere Landschaft täglich bewirtschaften und pflegen, bei diesen Entscheidungen nicht nur angehört, sondern tatsächlich beteiligt werden?
"Das abwechslungsreiche Bild aus Grünland, Ackerflächen, Wald, Hecken, Feldgehölzen, Gewässern und Siedlungen ist über Generationen durch die Arbeit von Land- und Forstwirten entstanden. Und genau diese Kulturlandschaft macht den besonderen Reiz des Hochsauerlandkreises aus,“ so Kühn weiter.
Waldbauern
Der Vorsitzende Klaus Bauerdick machte klar, die noch nie in der Form dagewesene Trockenheit zehrt inzwischen auch an gesund erscheinenden Wäldern. Hinzu kamen Waldbrände. Nach Sturm- und Borkenkäferkalamität sterben Bäume jetzt an Austrocknung. Sehr früh fallende Blätter zeigten in diesem Jahr erstmals die Not unserer Wälder.
Die Waldbauern versuchten mit klimaresistenteren Sorten den Wald für die nächsten Generationen zu stabilisieren.
Rinderhalter
Stefan Fuchte, Landwirt aus Eslohe und Vorsitzender des Milchausschusses im Landwirtschaftlichen Kreisverband Hochsauerland, zieht eine Bilanz zur bisherigen Ernte, die sich von den landesweiten Erträgen unterschiedet: „Im Verhältnis zu anderen Regionen sind wir nochmal gut weggekommen.“ Beim soeben geernteten Mais seien Ertrag und Qualität gut – der Mais habe sich nach langer Trockenheit erstaunlich gut erholt. Beim Grünland sei im Frühjahr noch Feuchtigkeit dagewesen, daher hatten der 1. und der 2. Schnitt gute Erträge gebracht. Wie so häufig im Sommer in den letzten Jahren sei das Grünland dann nur wenig gewachsen, der späte Regen habe aber noch eine letzte Grasernte ermöglicht. Mit Sorge betrachtet Fuchte das Auftreten einer bisher unbekannten Krankheit: „Die Ausbreitung des Shamonda Virus, welches bei Rindern für Fieber, Durchfall und verminderte Leistung sorgt, wird mit Sorge betrachtet, da es noch keinen Impfstoff gibt.“
Getreideernte
Robert Gördes, Landwirt aus Sundern und Vorsitzender des Stadtverbandes Sundern, stuft seine diesjährige Getreideernte als „gut und entspannt“ ein. Nach einer „normalen“ Aussaat im Herbst 2025 sei das Getreide gut gewachsen. „Durch die Hitzedepression Ende Juni haben wir zwar fast flächendeckend eine Tonne je Hektar verloren, dennoch haben wir eine durchschnittliche Ernte eingefahren, die uns zufriedenstellen kann.“ Auch sei die Ernte durch das anhaltend trockene Wetter störungsfrei verlaufen, zudem gebe es keine Trockenkosten.