
Vor dem Landgericht Arnsberg werden im November zwei Totschlagsprozesse verhandelt. Es geht um Taten in Arnsberg-Herdringen und Menden. Eine Messerattacke und tödliche Schüsse sorgten im Sauerland für viel Aufsehen.
Messerattacke in Herdringen
Ein 24-jähriger Armenier soll am 09.06.2026 in Arnsberg-Herdringen einen Mann in der gemeinsamen Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit über 70 Messerstichen tödlich verletzt haben. Polizisten haben damals in der Wohnung einen 56-jährigen Ukrainer und den jetzt Angeklagten mit erheblichen Stichverletzungen entdeckt. Der Ukrainer ist an seinen schweren Verletzungen gestorben. Der mutmaßliche Täter musste selbst in einem Krankenhaus notoperiert werden. Er sitzt in Untersuchungshaft. "Der Tatverdächtige selbst hat durch die Messerstiche keine bleibenden Schäden davon getragen", sagte Annika Berg von der Arnsberger Staatsanwaltschaft vier Wochen nach der Tat.
Das Landgericht Arnsberg hat den Prozess auf 11 Verhandlungstage festgesetzt. Prozessauftakt ist am 16. November. Letzter Verhandlungstag ist nach jetzigem Stand am 19.Februar 2027.
Mann nach tödlichen Schüssen in Menden vor dem Schwurgericht
Bei der Tat im August 2025 war ein 45-Jähriger durch Schüsse in einem Wohngebiet getötet und ein 49-Jähriger schwer verletzt worden. Der Tatverdächtige, der jetzt vor Gericht steht, flüchtete nach der Schießerei. Die Fahndung mit europäischem Haftbefehl nach dem 1984 geborenen Angeklagten mit serbisch-montenegrischer Staatsangehörigkeit blieb drei Monate lang erfolglos. Im November konnten Zielfahnder des LKA den Tatverdächtigen Kenan M. bei einer Kontrolle in Serbien ausfindig machen und ihn festnehmen. Dort hielt er sich unter falschem Namen auf. Seitdem ist er in Untersuchungshaft.
Der Prozess vor dem Landgericht Arnsberg beginnt am 9. November und ist auf 10 Verhandlungstage festgesetzt.