Lagerkoller durch Corona

Anrufe bei der Telefonseelsorge werden mehr

Schild der Diakonie Ruhr-Hellweg in Brilon bzgl. Schwangerenberatung, Schwangerschaftskonfliktberatung, Beratung für Familien-und Lebensfragen.
© Radio Sauerland

Das Gefühl der Unsicherheit in Coronazeiten wächst auch im Sauerland. Die Anrufe bei der Telefonseelsorge sind um 30% in die Höhe geschnellt. In der Mehrheit sind es Frauen, so ein Sprecher der Diakonie Hochsauerland. Meist ginge es um Angst, Depressionen und Einsamkeit. Allerdings sei häufig die Coronakrise bisher nur der Anlaß anzurufen, oft hätten die Probleme schon vorher bestanden.

Häusliche Gewalt wird zunehmen

Die speziellen Corona-Probleme werden erst in den kommenden Wochen durchschlagen. Kontaktsperre, allein oder mit Familie zu Hause auf engem Raum – da ist der Lagerkoller nicht weit. Die Paar-und Lebensberatung der Diakonie rechnet dann vor allem mit mehr Fällen familiärer und häuslicher Gewalt. Die Diakonie hat deshalb nochmals die Telefonnummern der Beratungsstellen im HSK als Hotlines auf ihre Homepage gesetzt.

Die Osterzeit wird kritisch

Auch die Ärzte und Psychologen der Johannesbad-Fachklinik „Hochsauerland“ in Bad Fredeburg reagieren auf die Coronakrise: Sie befürchten in den kommenden Wochen mehr häusliche Gewalt, Ängste, Depressionen und Suizidgedanken. Sie haben deshalb eine Hotline für alle eingerichtet, die täglich besetzt ist. „Wir wollen Ansprechpartner bleiben und die Menschen mit ihren Problemen nicht allein lassen“, so Chefarzt Dr. Jens-Uwe Schneider, „das ist ein selbstverständliches Angebot für jeden!“ Besonders die Osterzeit sieht Schneider als kritisch an, da gerade dann die Menschen nach draußen strömen würden, Verwandte und Freunde besuchen würden, es aber dann wegen der Kontaktsperre nicht dürften. Da entlade sich leicht der Frust. Die Nummer der Hotline ist 02974 – 730.

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