
Mit der angekündigten Schließung von Kusch + Co endet eine über 85-jährige Unternehmensgeschichte. Laut übereinstimmenden Medienberichten informierte die Geschäftsführung von Kusch + Co gestern die Belegschaft über die geplante Schließung des Standorts Hallenberg zum Jahresende. Rund 110 Mitarbeitende sind betroffen. Der Mutterkonzern Nowy Styl habe die Entscheidung bestätigt und habe sie mit einem anhaltenden Nachfragerückgang auf dem deutschen Möbelmarkt sowie in der Gesamtwirtschaft begründet. Bereits seit Monaten gebe an mehreren Standorten Kurzarbeit eingeführt worden, so Nowy Styl.
Wie geht es jetzt weiter?
Die Produktion in Deutschland soll neu strukturiert werden, heißt es vom Mutterkonzern Nowy Styl. Den Mitarbeitenden in Hallenberg werde eine Weiterbeschäftigung im niedersächsischen Werk Voigtei angeboten. Zusätzlich prüfe das Unternehmen gemeinsam mit regionalen Firmen alternative Beschäftigungsmöglichkeiten. Bereits Mitte der 2010er-Jahre sah sich Kusch + Co mit Umsatzrückgängen und Restrukturierungsmaßnahmen konfrontiert. 2015 wurde ein Sanierungsprogramm eingeleitet, das 2016 zu Entlassungen und einem Sozialplan führte. 2019 übernahm die polnische Nowy Styl Group das Unternehmen. Trotz anfänglicher Hoffnungen auf eine Stabilisierung konnte der Standort Hallenberg den wirtschaftlichen Herausforderungen nicht standhalten. Das Sauerländer Unternehmen war 1939 von Ernst Kusch unter dem Namen Manufaktur Holzindustrie E. Kusch & Co. KG, bekannt unter dem Markennamen „Sauerland Stabil“. In den 60er-Jahren übernahm der Sohn Dieter Kusch das Unternehmen. Bis zur Übernahme durch Nowy Styl war Enkeltochter Ricarda geschäftsführende Gesellschafterin.