
Bei der Sitzung des Kreistages heute im Mescheder Kreishaus geht es auch um die Zukunft der Frauenberatungsstelle Meschede (Frauenzentrum Frauenzimmer e.V.) und der Frauenberatungsstelle Arnsberg (Verein Frauen helfen Frauen e.V.). Der Sozialauschuss hat empfohlen, die Förderung für das Jahr 2027 auf jeweils bis zu 103.000,00 € anzuheben. Die Förderung bemisst sich nach den tatsächlich entstehenden, erforderlichen und anderweitig nicht gedeckten Betriebskosten. Der vom jeweiligen Trägerverein zu erbringende Eigenanteil soll bei 15.000,00 € liegen.
Die beiden Frauenberatungsstellen werden bereits seit Jahren vom Hochsauerlandkreis mit jährlichen Förderbeträgen im Rahmen von freiwilligen Leistungen unterstützt. Mit dieser langjährigen, umfangreichen Finanzierung will der Hochsauerlandkreis die Wichtigkeit der Arbeit der Frauenberatungsstellen würdigen, heißt es aus dem Kreishaus. Von 2022 bis einschließlich 2026 wurden an die Frauenberatungsstelle Meschede eine jährliche Förderung in Höhe von bis zu 98.100 € sowie an die Frauenberatungsstelle Arnsberg eine jährliche Förderung in Höhe von bis zu 75.879 € ausgezahlt.
Der Beschluss zur Förderung der Frauenberatungsstellen läuft aus, jetzt geht es um eine Neuregelung. Beide Trägervereine haben die Fortführung durch den Hochsauerlandkreis beantragt.
Hintergrundinformation:
Die Beratungsarbeit der Frauenberatungsstellen mit den Schwerpunkten „Allgemeine Frauenberatung" und „Hilfe nach sexualisierter Gewalt" stellt einen unbestritten wichtigen und notwendigen Beitrag zur Gewaltprävention und Opferschutzarbeit im Hochsauerlandkreis dar, heißt es aus dem Kreishaus. Das Beratungsangebot im HSK umfasst • den Opferschutzbeauftragten der Polizei • das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" • das Frauenhaus • Interventionsstellen für Opfer häuslicher Gewalt • Ehe- und Familienberatungsstellen • die Gleichstellungsstellen beim Hochsauerlandkreis und den Kommunen Für männliche Betroffene stehen im Hochsauerlandkreis die Männerberatung der SkF e.V. Hochsauerland, außerdem die Außenstellen des WEISSEN RING e.V., speziell geschulte Beamtinnen und Beamte für den polizeilichen Opferschutz, die Telefonseelsorge, die Gleichstellungsstellen sowie das Hilfetelefon „Gewalt an Männern" zur Verfügung. Daneben gibt es noch spezielle Angebote für LSBTI (www.rubicon-koeln.de).
Fälle von häuslicher Gewalt
Im HSK gab es von 2022 bis 2025 2.498 polizeiliche Einsätze im Kontext „Häusliche Gewalt". Die meisten Opfer sind dabei Frauen. Für das erste Halbjahr 26 sind bereits 187 Fälle häuslicher Gewalt erfasst worden. Diese verteilen sich auf 150 Körperverletzungen, 30 Bedrohungen, 5 Sachbeschädigungen und 2 Sexualdelikte. In 141 Fällen waren weibliche Opfer betroffen. Alle Geschädigten wurden auf das Angebot der Frauenberatungsstellen hingewiesen. Auf Wunsch der Geschädigten hat die Polizei 23-mal die örtlich zuständige Frauenberatungsstelle aktiv informiert
Finanzieller Spielraum wird enger
Heute wird im Kreistag auch der Haushalt für das kommende Jahr vorgestellt. Er umfasst 629,3 Millionen Euro. Größte Posten sind soziale Ausgaben mit 224,8 Millionen und die Jugendhilfe mit 130,3 Millionen Euro. Größte Investition ist der Umbau des Berufskollegs in Meschede mit 17,36 Mio. € Baukosten, dann folgen Baukosten für Kreisstraßen mit insgesamt 12 Mio. €. Wenn die finanziellen Spielräume enger werden, müssen unsere Ziele umso klarer sein, so Landrat Grosche heute bei der Kreistagssitzung. Der Kreis arbeite daran noch effizienter zu werden: Wir prüfen Stellen. Wir digitalisieren. Wir organisieren neu, so der Landrat. Neue Maßnahmen müssten künftig drei Fragen beantworten: Tragen sie zu unseren strategischen Zielen bei? Erzeugen sie einen messbaren Nutzen? Und können wir sie dauerhaft finanzieren? Der Haushalt sei dann das Instrument, mit dem diese politischen Entscheidungen in konkrete Maßnahmen übersetzt werden würden, so Grosche.