
In den Krankenhäusern in NRW soll sich zukünftig einiges ändern. Die neue Krankenhausplanung wird von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann vorangetrieben. Die Krankenhäuser im HSK sehen sich durch die Planungen grundsätzlich gestärkt.
Klinikum Hochsauerland (Meschede, Arnsberg-Hüsten, Neheim)
Vom Grundsatz her bestätigen die vorliegenden Planungen die bisherige strukturelle Entwicklung des Klinikums Hochsauerland und stärken die Rolle des Klinikums mit drei Krankenhausstandorten in der Region, so die Antwort vom Klinikum Hochsauerland.
"Wir können nahezu unser komplettes Versorgungsspektrum weiterhin erbringen“, sagt Michael Gesenhues, Geschäftsführer Klinikum Hochsauerland. Es seien in der überwiegenden Mehrheit keinerlei Veränderungen für Patienten zu erwarten, so Peter Lütkes Medizinischer Direktor des Klinikum Hochsauerland.
Das Bild werden aber in einzelnen spezialisierten Leistungsbereichen getrübt. Ab 2025 werden die Versorgungsangebote wie Tiefe Rektumreingriffe (Darm), Hüftendoprothetik sowie bestimmte Herz-Schrittmacher (Kardiale Devices) nur noch konzentriert am Standort in Arnsberg-Hüsten erbracht und nicht in Meschede.
Vorgaben, bestimmte Leistungen nur an bestimmten Standorten im Klinikum zu erbringen, ergeben sich aus verschiedenen gesundheitspolitischen Forderungen, Ob diese formalen Vorgaben im Einzelfall immer zu besserer Qualität führen, kann diskutiert werden, so Peter Lütkes.
Je mehr formale Vorgaben erfüllt werden müssen, um so schwieriger kann es im Einzelfall werden, eine für den Patienten und das Personal passende Lösung zu finden.
Für den Bereich der Endoprothetik-Hüfte handelt es sich nach Einschätzung des NRW-Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales „weitestgehend um planbare Eingriffe“, sodass statt einer wohnort-nahen Versorgung auch größere Entfernungen akzeptiert werden können. Das Ministerium hat auch die Höhe der beplanten Fallzahlen und die Erreichbarkeit durch andere Krankenhäuser mit einem geriatrischen Schwerpunkt berücksichtigt.
Bei der Leistungsgruppe Kardiale Devices geht es um besondere Schrittmacher- und Kardioverter-Systeme. Auch hierbei handelt es sich „hauptsächlich (um) elektive Eingriffe, sodass größere Entfernungen akzeptiert werden können.", so das Ministerium.
Noch ausstehend ist die Zuordnung der Leistungsgruppe Stammzelltransplantation. Autologe Stammzelltransplantationen sind eine bewährte Behandlungsoption bei lebensbedrohlichen Erkrankungen des blutbildenden Systems, wie z.B. Leukämie, die in Meschede durchgeführt werden.
"Unsere Klinik ist die einzige Einrichtung im Kreis die diese Behandlungsoption in der Region vorhält. Alle erforderlichen strukturellen und sonstigen Anforderungen an die Qualität werden aber erfüllt, sodass wir hier in der Anhörung sehr gute Chancen sehen, den Versorgungsauftrag zugeteilt zu bekommen.", so Peter Lütkes.
Das Klinikum Hochsauerland befürchtet trotz der Krankenhausreform keine Auswirkungen auf die Personalstärke. Die Bedeutung der standortübergreifenden Zusammenarbeit der jeweiligen Teams an den drei Krankenhausstandorten wird aber zunehmen, so Lütkes.
Das Klinikum wird bis zum 11. August Stellung zu den Plänen des Landes beziehen.
Entscheidend sei, dass im Kreis ein entsprechendes qualitativ hochwertiges Versorgungsangebot bestehen bleibt. Insbesondere für den Bereich der Notfallversorgung seien kurze Wege wichtig.
Brilon, Maria-Hilf Krankenhaus
Im Briloner Krankenhaus werden aktuell noch die Auswirkungen der Krankenhausreform-Planungen geprüft. Insgesamt fühlen sie sich am Standort bestätigt und gefestigt, so Geschäftsführer René Thiemann. Das Krankenhaus hat aktuell keine Befürchtungen, dass Personal abwandert.
"Wir sehen es als große Aufgabe an, die Versorgung in unserer Region sicherzustellen und für die Patientinnen und Patienten, aber auch für unsere Mitarbeitenden ein sicherer Anlaufpunkt zu sein!" so Thiemann.
Marsberg, St.-Marien-Hospital
Alle Hauptfachabteilungen im St.-Marien-Hospital Marsberg wurden bestätigt. Deswegen befürchtet das Krankenhaus auch keine Abwanderung von Fachpersonal. Nur in einzelnen Bereichen soll es Änderungen geben. Das betrifft chirurgische Eingriffe an der Wirbelsäule und Revisionen in der Endoprothetik (künstliche Gelenke). Das Krankenhaus wird darüber in den nächsten Tagen mit Beteiligten und Gremien diskutieren. Sie werden fristgerecht gegenüber dem NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Stellung beziehen.
Schmallenberg, Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft
Das Fachkrankenhaus hat sechs Leistungsgruppen beantragt und fünf zugeordnet bekommen. Damit sei man zunächst recht zufrieden, gerade auch, wenn man sieht, was bei anderen Kliniken in Zukunft wegfällt, so Stefan Schumann, Geschäftsführer des Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen für das Krankenhaus und auch für die Bevölkerung. Schlaganfall-Patienten sollen zukünftig nur noch im Karolinen-Hospital Hüsten behandelt werden. Der beantragte Bereich "Stroke-Unit" wurde dem Schmallenberger Krankenhaus nicht zuerkannt. Eine Stroke-Unit ist eine Abteilung, die auf die schnelle Behandlung von Patienten mit Schlaganfall spezialisiert ist. Schumann wird eine Stellungnahme beim Gesundheitsministerium zum diesem Bereich abgeben.
Bis zum 11. August können die Krankenhäuser schriftlich Stellung zu den Plänen des Landes beziehen. Der endgültige Versorgungsauftrag soll bis Jahresende erteilt werden.