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Fortsetzung im Verfahren wegen Mordes
© Bernd Wüstneck/dpa
Am Landgericht Rostock wird der Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow fortgesetzt.
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Kommunikation von Fabians Vater und Angeklagter im Fokus

Im Prozess um Fabians Tod analysiert das Gericht Nachrichten zwischen seinem Vater und der Angeklagten – und geht vor allem für den Tag des Verschwindens des Jungen ins Detail.

Veröffentlicht: Dienstag, 05.05.2026 12:08

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Dritter Verhandlungstag

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Rostock (dpa) - Das Landgericht Rostock hat sich im Prozess um den gewaltsamen Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow detailliert der Kommunikation zwischen dem Vater des Jungen und der des Mordes Angeklagten gewidmet. Teils in Minutenschritten ging der Vorsitzende Richter Holger Schütt mit dem Vater die Nachrichten vom Tag des Verschwindens Fabians durch.

Schütt sagte, das Bundeskriminalamt habe eigens eine Kommunikationsanalyse für den 35-Jährigen und die Beschuldigte erstellt, mit der dieser eine mehrjährige Beziehung hatte. Demnach habe die 30-Jährige in Nachrichten normalerweise wenig Interesse an der Familie oder dem Befinden des Mannes gezeigt. 

Schütt wies darauf hin, dass sie am Tag von Fabians Verschwinden aber mehrmals nachfragte, was den Vater beschäftige, nachdem er Andeutungen gemacht, aber noch nicht verraten hatte, dass sein Sohn vermisst werde. Er habe sich nichts dabei gedacht, sagte der Vater im Verfahren zu dem Verhalten seiner Ex-Freundin.

«Sie drehen die Beziehung hin und her»

Außerdem ging es um ein bestimmtes Telefonat zwischen den beiden am Tag des Verschwindens. Fabians Vater sagte, er könne sich nicht mehr erinnern, worum es dabei ging, obwohl er wochenlang darüber nachgedacht habe. Schütt sagte, wenn sein einziges Kind verschwinde, könnte er sich wahrscheinlich an jede Minute erinnern.

Die Staatsanwaltschaft wirft der deutschen Angeklagten vor, den Jungen im Oktober vergangenen Jahres mit einem Messer getötet zu haben. Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme mit Fabians Vater eine Rolle gespielt haben.

Anhand der im Prozess präsentierten Nachrichten wurde deutlich, wie der Vater und die Angeklagte auch nach der Trennung ausgiebig die Probleme der Beziehung diskutierten. «Sie drehen die Beziehung hin und her», sagte Schütt.

Dabei ging es wiederholt auch um das angespannte Verhältnis der Beschuldigten zur Familie von Fabians Vater. Demnach störte sie etwa, dass er für Absprachen den Sohn betreffend Kontakt mit der Mutter hielt. Kurz vor Fabians Verschwinden hatten sich der Vater und die Angeklagte zeitweise wieder angenähert.

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© dpa-infocom, dpa:260505-930-34275/3
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