
Kommunale Wärmeplanung in Sundern
Die Stadt Sundern treibt ihre kommunale Wärmeplanung weiter voran. Im Bauausschuss werden heute die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse vorgestellt. Ein zentrales Ergebnis: Die Wärmeversorgung ist aktuell stark von Gas und Öl abhängig, Gleichzeitig gibt es große Potenziale für erneuerbare Wärme.
Veröffentlicht: Mittwoch, 15.04.2026 13:11
Im Jahr 2026 werden laut der Bestandsanalyse rund 94,5 Prozent des Wärmemarktes in Sundern mit fossilen Energieträgern versorgt. Besonders Gas ist in vielen Ortsteilen der wichtigste Energieträger, weil große Teile des Stadtgebiets an das Gasnetz angeschlossen sind. Die Wärmeversorgung verursacht in Sundern laut Analyse insgesamt rund 92.000 Tonnen CO2. Den größten Anteil daran hat Gas, gefolgt von Öl. Pellets, Strom und Flüssiggas spielen bislang nur eine deutlich kleinere Rolle. Ein zentrales Ergebnis der Bestandsanalyse betrifft das Alter der Gebäude. Rund 60 Prozent der Gebäude in Sundern wurden vor 1978 errichtet. Dadurch ist in vielen Häusern noch erheblicher energetischer Sanierungsbedarf vorhanden. Insgesamt wurden 8.779 beheizte Gebäude betrachtet. Knapp 88 Prozent davon sind Einfamilienhäuser, Reihenhäuser oder Mehrfamilienhäuser.
Große Potenziale für erneuerbare Wärme in Sundern
Trotz der aktuell stark fossilen Versorgung zeigt die Potenzialanalyse, dass Sundern langfristig über erhebliche Möglichkeiten zur klimafreundlichen Wärmeversorgung verfügt. Das größte theoretische Potenzial liegt laut Gutachten bei der Geothermie. Hier werden rund 796 Gigawattstunden pro Jahr genannt. Besonders die oberflächennahe Geothermie ist demnach in Sundern flächendeckend gut geeignet. Auch die Seethermie wurde untersucht. Für den Bereich rund um den Sorpesee wird ein Potenzial von etwa 187 Gigawattstunden pro Jahr angegeben. Allerdings gibt es hier Einschränkungen. Die Talsperre dient auch der Trinkwassergewinnung, deshalb stehen möglichen Eingriffen hohe regulatorische Anforderungen gegenüber. Ein weiteres relevantes Feld ist die Abwasserwärme. Das Potenzial liegt laut Analyse bei 72,5 Gigawattstunden pro Jahr. Vor allem die Kläranlage sowie größere Abwasserleitungen könnten in dichter bebauten Bereichen als Wärmequelle genutzt werden.
Auch Photovoltaik, Solarthermie und Windkraft wurden betrachtet. Allein neue PV-Anlagen könnten ca. 182 Gigawattstunden pro Jahr einspeisen. Gleichzeitig wird in der Analyse aber betont, das zwischen theoretischem Potenzial und tatsächlicher Nutzung große Unterschiede vorhanden sind. Gründe sind unter anderem Flächenverfügbarkeit, Wirtschaftlichkeit, Umweltschutz und die konkrete Wärmenachfrage vor Ort. Im Rahmen der Potenzialanalyse wurde auch das Stromnetz untersucht. Laut Daten von Westnetz ist das Stromnetz in Sundern nur an wenigen Stellen stark ausgelastet.
So geht es in Sundern weiter
Die kommunale Wärmeplanung soll einen strategischen Rahmen für die zukünftige Wärmeversorgung schaffen, so die Stadt. Nach der Eignungsprüfung, Bestandsanalyse und Potenzialanalyse folgen jetzt das Zielszenario und die Entwicklung einer Umsetzungsstrategie mit konkreten Maßnahmen. Laut Zeitplan soll das Fachgutachten im Sommer 2026 öffentlich ausgelegt werden. Der Projektabschluss ist für den Herbst 2026 vorgesehen.